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Hohe Löhne werden Problem für frühere Schlecker-Mitarbeiter

Die Suche nach neuen Jobs für arbeitslos gewordene Schlecker-Mitarbeiter wird einem Bericht zufolge nach Ansicht von Arbeitsmarktforschern auch durch die vergleichsweise hohe Bezahlung bei der Pleite gegangenen Drogeriemarktkette erschwert.

Von den 2012 entlassenen 27.000 Mitarbeitern hätten im März erst 49 Prozent einen neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz gehabt, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Sonntag. Einer der Hauptgründe dafür sei nach einer Analyse des Forschungsinstituts IAB der Bundesagentur für Arbeit (BA) die „recht hohe“ Bezahlung bei Schlecker. Das Unternehmen hatte zuletzt im Gegensatz zu vielen anderen Einzelhändlern nach Tarif gezahlt. Eine gelernte Verkäuferin verdiente zwischen 9,92 Euro und 13,79 Euro pro Stunde.

Die früheren Schlecker-Mitarbeiter hätten sich auf gesetzliche Regelungen berufen, die Betroffenen zumindest in den ersten Monaten die Ablehnung unzumutbarer Stellen erlaubt, so die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit sind Abschläge beim Lohn von maximal 20 Prozent zumutbar; in den folgenden drei Monaten gelten Jobs mit Lohnabschlägen von bis zu 30 Prozent als akzeptabel. Danach können Arbeitslose eine Stelle nur noch ablehnen, wenn der Lohn niedriger ist als das Arbeitslosengeld. Job-Vermittlern seien dadurch im Fall früherer Schlecker-Beschäftigter häufig die Hände gebunden gewesen.

Damit stünden die Vermittler in einem „Spannungsverhältnis“, zitierte der „Spiegel“ den IAB-Experten Martin Dietz. Einerseits sollten die früheren Schlecker-Mitarbeiter schnell vermittelt werden, andererseits hätten sie Anspruch auf „relative Statussicherung“. Die schlechte Bezahlung im Handel nehme die Agentur keinesfalls „distanzlos hin“, doch die Vermittler könnten sich „die gut bezahlten Jobs auch nicht backen“, sagte der Arbeitsmarktexperte weiter.