Tarifkonflikt

Streik der Briefträger nach Einigung auf Tarif abgewendet

Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Post ist beigelegt und damit eine Verschärfung des Arbeitskampfes abgewendet.

Nach einem Verhandlungsmarathon von mehr als 20 Stunden einigten sich Management und die Gewerkschaft Ver.di auf einen neuen Tarifvertrag für die 132.000 Beschäftigten des Unternehmens. Die Briefträger der Post bekommen demnach 5,7 Prozent mehr Gehalt in zwei Erhöhungsschritten bei einer Laufzeit von 26 Monaten. Der Verhandlungsleiterin der Deutschen Post, Angela Titzrath, zufolge sollen die Tarifbeschäftigten ab August in einem ersten Schritt 3,1 Prozent mehr Lohn erhalten, ab Oktober 2014 sind es dann 2,6 Prozent.

Der Abschluss sorge für Stabilität und Planungssicherheit, betonte Titzrath. Noch am Freitag stimmte die Ver.di-Tarifkommission dem Kompromiss zu. Auch die Beamten bei der Post profitieren von dem Ergebnis, sie sollen unter anderem Einmalzahlungen von je 200 Euro zum 1. Juli 2013 und noch einmal zum 1. April 2014 erhalten. Die Angestellten müssen aber zunächst einmal vier Monate ohne Lohnerhöhung auskommen – der alte Tarifvertrag endete im März.

Ver.di hatte eine lineare Erhöhung der Einkommen um sechs Prozent verlangt, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. In den vergangenen Tagen hatte die Gewerkschaft mit bundesweiten Warnstreiks ihren Forderungen Nachdruck verliehen. Millionen Briefe und Pakete blieben liegen. Neben den Gehaltserhöhungen vereinbarten die Tarifpartner auch für die Auszubildenden eine Anhebung der Vergütung um 6,1 Prozent. Darüber hinaus sichert der Abschluss unteren Einkommensgruppen mindestens einen Aufschlag von brutto 2200 Euro bezogen auf die gesamte Laufzeit von 26 Monaten. Diese Komponente finde möglicherweise auch in anderen Branche Interesse, betonte Kocsis.

Mit dem gesamten Abschluss sieht sie die Post innerhalb der Branche weit an der Spitze. Insgesamt hatten sich der Gewerkschaft zufolge mehr als 10.000 Beschäftigte an den Protesten beteiligt. Die Warnstreiks hätten „zu keinen größeren Auswirkungen“ geführt, bilanzierte dagegen die Post. Die Briefsparte war über Jahre ein Sorgenkind der Deutschen Post. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel 2012 um fünf Prozent auf gut eine Milliarde Euro.