Unternehmen

Siemens muss Jahresprognose vermutlich kappen

Der Elektrokonzern Siemens hat laut einem Pressebericht ein schwaches Quartal erlebt und dürfte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr kassieren.

Statt der angepeilten 4,5 bis 5,0 Milliarden Euro Überschuss aus fortgeführtem Geschäft sei nun nur noch das untere Ende der Spanne realistisch, berichtet die „Börsen-Zeitung“ ohne konkrete Quellenangabe. Siemens werde dies zur Zahlenvorlage am Donnerstag bekannt geben. Ein Siemens-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Für den Umsatz erscheine ein Rückgang zwischen drei und fünf Prozent realistischer als das bisherige Ziel, schreibt das Blatt. Eigentlich sollten sich die Erlöse den 78,3 Milliarden Euro des Vorjahres annähern. Die Bestellungen sollen nach dem Einbruch im Vorjahr wieder zwischen drei und fünf Prozent klettern.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern seine Prognose kappen müssen. Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr hatte Siemens ein hartes Sparprogramm aufgelegt. Sechs Milliarden Euro sollen bis 2014 eingespart werden. Siemens will dafür auch in Deutschland tausende Stellen streichen.

Als Grund für die schwächere Prognose für das laufende Geschäftsjahr führte die Zeitung unter anderem das Solargeschäft an. Da sich Siemens von der verlustreichen Sparte trennen will, war sie im vergangenen Jahr zu den nicht fortgeführten Aktivitäten verbucht worden und belastete so nicht mehr den für die Prognose relevanten Gewinn. Da Siemens aber nicht mehr damit rechne, im laufenden Jahr einen Käufer dafür zu finden, sei der Konzern gezwungen, das Geschäft wieder zu den fortgeführten Aktivitäten zu buchen, heißt es in der Zeitung. Um mehr als 300 Millionen Euro vor Steuern dürfte die Sparte daher den Gewinn mindern. Auch die Bahnsparte bereitet Probleme, unter anderem gibt es Lieferverzögerungen beim ICE und Schwierigkeiten bei den Eurostar-Zügen.