Technik-Konzern

Samsung dominiert Smartphone-Markt

Weltweiter Start für Verkauf des Galaxy S4 am Wochenende. Konzern peilt weiteren Rekordgewinn an

Samsung gräbt Apple weiter das Wasser ab. Im ersten Quartal 2013 war schon jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone ein Modell der Südkoreaner. Samsung steigerte seinen Marktanteil nach Angaben des Marktforschers IDC vom Freitag auf knapp 33 Prozent, während Apple mit seinem iPhone von 23 auf etwa 17 Prozent zurückfiel.

Im laufenden Quartal dürfte Samsung seine Marktmacht wohl noch ausbauen. Denn die nach Umsatz weltgrößte Technologiefirma bringt am Wochenende das neue und heftig beworbene Smartphone-Flaggschiff Galaxy S4 in den Handel. Das Handygeschäft macht mehr als 70 Prozent des Überschusses der Südkoreaner aus, die auch Waschmaschinen, Fernseher und Halbleiter produzieren. Damit dürfte dann bei der Bilanz für das zweite Quartal auch wieder ein Rekordgewinn herausspringen. Dieser gelang Samsung zu Jahresbeginn trotz des sechsten Gewinnsprungs in Folge nicht.

Erzrivale Apple enttäuschte dagegen diese Woche mit dem ersten Gewinnrückgang seit mehr als einem Jahrzehnt und gibt nun Samsung auch noch genügend Zeit, weiter vorbeizuziehen. Während der US-Konzern erst für Herbst Produkt-Neuerungen ankündigt hat, kann Samsung nun in Ruhe sein S4 vermarkten. Das Modell wird in 155 Ländern von 327 Mobilfunk-Anbietern verkauft.

Bereits jetzt ist der Abstand zwischen Apple und Samsung riesig. Während die Amerikaner von Januar bis März 37,4 Millionen iPhones auslieferten – und damit deutlich weniger als die 47,8 Millionen Geräte aus dem Weihnachtsquartal – waren es bei Samsung laut IDC 70,7 Millionen Smartphones. Dies ist ein Plus von 60 Prozent zum Vorjahr, zudem deutlich mehr als im Vorquartal und auch mehr als die vier nachfolgenden Wettbewerber Apple, LG Electronics, Huawei und ZTE zusammen haben.

Günstigere Modelle wie das Rex oder Galaxy Pop sorgen bei Samsung vor allem in Wachstumsmärkten dafür, dass es auch jetzt in der Kasse klingelt. Im ersten Vierteljahr steigerte der weltgrößte Smartphone-Hersteller sein operatives Ergebnis um 54 Prozent auf 8,8 Billionen Won (6,1 Milliarden Euro). Damit lag Samsung nicht weit unter seinem im Schlussquartal 2012 erzielten Rekordgewinn von 8,84 Billionen Won. Vorläufige Zahlen hatte Samsung bereits Anfang April veröffentlicht.

Das Galaxy S3 verkaufte Samsung seit dem Start im Mai 2012 nach Angaben von Analysten rund 60 Millionen Mal. Das Galaxy S4 ist – wie das iPhone 5 von Apple – keine Revolution. Es hat einen größeren Bildschirm mit einer höheren Auflösung, ist leistungsfähiger und hat eine bessere Kamera. Die Nutzer können es zudem mit den Augen steuern. Der Andrang im Samsung-Laden in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul war am Freitag zum Verkaufsstart dennoch größer als sonst. Das S4 für umgerechnet 615 Euro pro Stück kommt am Wochenende auch im Rest der Welt in die Läden.

In der Sparte mobile Kommunikation, die Handys und Tablet-Computer umfasst, verzeichnete Samsung im Vergleich zum letzten Quartal 2012 einen Anstieg des operativen Ergebnisses um 19 Prozent auf 6,51 Billionen Won. Dabei profitiert Samsung vor allem von seiner vielgestaltigen Palette an Smartphones der Galaxy-Reihe.

Der Marktausblick für DRAM-Speicher für Computer sei nach wie vor unsicher, prognostizierte Samsung. Dagegen werde der Bedarf an Speicherchips für mobile Geräte und Server weiter wachsen. An der Börse sorgten die ausführlichen Angaben kaum für Bewegung. Die Aktie fiel um 0,5 Prozent. In den zurückliegenden drei Monaten ist das Papier um zwei Prozent gestiegen.