Unternehmen

Gründer: Deutschland im internationalen Vergleich hinten

Berlin ist kreativ, Berlin ist international. Und wird dafür in der ganzen Welt gelobt. Diese Atmosphäre gilt auch als Grund dafür, dass ständig neue Start-ups entstehen. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache.

– Statistiken von Weltbank, OECD und dem viel beachteten Global Entrepreneurship Monitor zeigen, dass andere Länder deutlich mehr Unternehmensgründer hervorbringen. Demnach gibt es in den USA mehr als doppelt so viele Entrepreneurs wie in Deutschland. Zwar hat sich Deutschland in den vergangenen Jahren herangerobbt. Um den von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geforderten Gründerboom auszulösen, fehlt aber noch einiges.

„Als ich meiner Mutter erklärt habe, dass ich mich selbstständig machen will, reagierte sie sehr verhalten und sprach die ganze Zeit von dem immensen Risiko und fragte mich, wieso ich meinen tollen Job als Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group an den Nagel hängen wollte“, erinnert sich Dirk Graber, Gründer des Berliner Online-Brillenanbieters Mister Spex. Der Chef des Bundesverbandes Deutscher Startups, Florian Nöll, meint, dass Unternehmer in Deutschland kein besonders hohes Ansehen genießen.

Trotzdem betont Udo Brixy vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der den „Global Entrepreneurship Monitor“ betreut, dass sich die Lage wandele. Im internationalen Vergleich sei die Gründerquote zwar immer noch niedrig, habe sich aber zuletzt deutlich verbessert. Es gelte zu beachten, dass wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland anders als in den USA seien. Zudem habe die gute Konjunktur dazu geführt, dass es viele gut bezahlte Jobs nach dem Uniabschluss gebe, so dass es sich nicht immer lohne, Selbstständigkeit zu wagen.