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Millionen-Übernahme: Panasonic kauft Berliner Start-up Aupeo

– In der Start-up-Szene zählt Aupeo mit einem Unternehmensalter von fünf Jahren und einer Mitarbeiterzahl von gerade einmal 20 bislang nicht zu den funkelnden Stars. Seit Montag ist das anders. Der Elektronikriese Panasonic übernimmt den Berliner Internet-Musikdienst – und das beflügelt die Fantasie auf weitere Millionengeschäfte mit jungen Berliner Technologieunternehmen.

Über den Kaufpreis haben Aupeo und Panasonic offiziell Stillschweigen vereinbart. Nach Informationen der Morgenpost soll ein zweistelliger Millionenbetrag fließen. Für die Aupeo-Investoren, darunter die landeseigene Investitionsbank Berlin (IBB), ist es ein lohnendes Geschäft. Und darüber hinaus ist der Verkauf ein Signal: Es kann sich lohnen, in Geschäftsmodell und Know-how Berliner Start-ups zu investieren.

Aupeo ist ein sogenannter Streaming-Dienst, der das Musikhören über das Internet ermöglicht. Das Besondere: Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut wurde ein Algorithmus entwickelt, der dem Nutzer Musik nach seinen persönlichen Vorlieben im Netz sucht und abspielt. Dabei hat sich Aupeo auf Lösungen für Autoradios spezialisiert. BMW und Daimler haben den Service der Berliner in ihren Modellen integriert. Das Thema Internetvernetzung im Auto steht noch am Anfang, gewinnt aber mehr und mehr an Bedeutung. Dementsprechend ist es die Autozulieferersparte von Panasonic, die Aupeo erwirbt.

„Für uns ging es um die Entscheidung: neue Finanzierungsrunde oder dem Werben eines Investors erliegen“, sagt Aupeo-Geschäftsführer Holger Weiss. Zumal sei den Partnern aus der Autoindustrie Beständigkeit wichtig. „Ein Unternehmen wie BMW will sichergehen, dass ein Partner auch in zehn Jahren noch existiert.“

Weiss und seine Mitarbeiter sollen als eigenständige GmbH in Berlin weiterarbeiten. Auch der Name Aupeo bleibt erhalten – mit guten Wachstumschancen. Denn das Thema Internetdienste im Auto hat jede Menge Potenzial. Es bestünde großer Bedarf an einer vernetzten und personalisierten Plattform, von der Verbraucher ständig auf Medieninhalte zugreifen könnten, sagte Tom Gebhardt, Chef von Panasonic Automotive, laut einer Mitteilung. Am vernetzten Auto wird dann auch in Berlin emsig gearbeitet.