Banken

Zypern soll in Krise wichtige Beweise vernichtet haben

Angeblich fehlen Dokumente zur Bank of Cyprus

Auf Zypern sollen nach einem Medienbericht wichtige Beweise über die schwer angeschlagene Bank of Cyprus vernichtet worden sein. Dies berichtete das staatliche Fernsehen RIK unter Berufung auf „zuverlässige Quellen“. Die Vorwürfe stützten sich auf ein Gutachten der Beraterfirma Alvarez & Marsal, das am 26. März der Zentralbank von Zypern vorgelegt wurde und vom Generalstaatsanwalt, Petros Klerides, untersucht wird.

Im zyprischen Fernsehen sagte Klerides, dass niemand seiner Verantwortung entgehen werde. Wer sich in der Bankenkrise strafbar gemacht oder Beweismaterial unterschlagen habe, müsse mit Konsequenzen rechnen. Den Report von Alvarez & Marsal müsse er aber zunächst eingehend prüfen. Anschließend werde er ihn an den jüngst gebildeten Untersuchungsausschuss weiterleiten, der sich mit den Ursachen der Krise auf Zypern befassen wird. Das Gutachten von Alvarez & Marsal betrifft neben der Bank of Cyprus auch das zweite in Schieflage geratene Geldhaus, die Laiki Bank (CPB).

Die Banken waren durch das starke Engagement in Griechenland nach dem griechischen Schuldenschnitt im Oktober 2011 ins Taumeln geraten. Die Versuche sie zu stützen, brachten den zyprischen Staat an den Rand des Bankrotts. Zypern musste daraufhin internationale Hilfe beantragen. Dabei waren erstmals auch Bank-Kunden in die Rettungsaktion einbezogen worden. Dies ist nach Ansicht der EZB jedoch kein Vorbild für künftige Maßnahmen. „Zypern ist keine Blaupause“, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, am Donnerstag in Frankfurt. Die Ereignisse in Zypern hätten die Entschlossenheit der EZB gezeigt, den Euro zu stützen.

Der aus dem Amt geschiedene zyprische Finanzminister Michael Sarris kritisierte die Geldgeber trotz der zehn Milliarden Euro umfassenden Hilfen für sein Land scharf. Die Euro-Partner hätten die Mittelmeer-Insel unfair behandelt, sagte Sarris. Eine Korrektur ohne die gewaltigen negativen Auswirkungen auf die zyprische Wirtschaft wäre möglich gewesen. Es wird erwartet, dass die Wirtschaft allein dieses Jahr um acht Prozent und nächstes Jahr um weitere drei Prozent schrumpft. Frühestens 2015 wird wieder mit einem kleinen Wachstum gerechnet. Gleichzeitig räumte er hausgemachte Probleme ein. „Es gab exzessives Wachstum bei den Bank-Krediten und den Ausgaben der Regierung.“ Sarris war am Dienstag nach nur fünf Wochen im Amt zurückgetreten. Er hatte zusammen mit Präsident Nikos Anastasiades das Rettungspaket ausgehandelt.