Banken

200 Milliarden Euro Kosten für Bund durch Finanzkrise

Die Welt feiert bald ein trauriges Jubiläum. Am 15. September 2013 jährt sich der fünfte Jahrestag des Bankrotts der US-Investmentbank Lehman Brothers.

Dieser Tag stürzte Deutschland in die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, die dem Steuerzahler viel Geld gekostet hat. Zwei Forscher vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) haben in einer bislang unveröffentlichten Studie, die der Berliner Morgenpost vorliegt, ausgerechnet, wie hoch die Belastungen für den Bundeshaushalt auf dem Höhepunkt der Krise 2009 und 2010 waren. „Die Finanzkrise hatte enorme Auswirkungen auf die Finanzlage des Staates“, schreiben die Studienautoren Roland Döhrn und Heinz Gebhardt. Demnach riss die Krise allein in den beiden Jahren ein Loch von fast 200 Milliarden Euro in den Staatssäckel.

Als Ausgangspunkt nehmen die Wissenschaftler die Konjunkturprognosen der Bundesregierung vom Frühjahr 2008. Damals war die Bundesregierung optimistisch: Sie erwartete für 2009 und 2010 ein Wachstum von jeweils 1,5 Prozent. Der Staatshaushalt sollte von 2010 an Überschüsse erwirtschaften. Es kam anders. Nach der Pleite von Lehman Brothers geriet die Wirtschaft in eine Schockstarre. 2009 brach die deutsche Wirtschaft um 5,1 Prozent ein.