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Helios-Mutter Fresenius prüft Klinik-Käufe

Gesundheitskonzern plant deutschlandweite Kette

Der Gesundheitskonzern Fresenius will mit seiner Berliner Krankenhaustochter Helios auf jeden Fall ein flächendeckendes Kliniknetz in Deutschland aufbauen. Falls Konkurrenten die Übernahme von Rhön-Klinikum weiter blockierten, könne Fresenius sein Ziel auch durch den Kauf kommunaler Krankenhäuser erreichen, sagte Fresenius-Chef Ulf Schneider der „Frankfurter Rundschau“. „Da gibt es noch sehr viele Privatisierungskandidaten.“

Mitte März hatte das Bundeskartellamt dem Krankenhauskonzern Asklepios erlaubt, seine Beteiligung an Rhön-Klinikum auf über zehn Prozent zu erhöhen. Damit kann der Rivale eine Übernahme der fränkischen Klinikkette dauerhaft verhindern, da bei Rhön-Klinikum laut Satzung mehr als 90 Prozent Zustimmung für wichtige Entscheidungen nötig sind. Asklepios hatte im vergangenen Jahr durch seinen Einstieg bei Rhön die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme blockiert.

Neben Asklepios haben auch zahlreiche andere Unternehmen aus der Gesundheitsbranche bei Rhön-Klinikum ihre Finger im Spiel. Der Krankenhauszulieferer B. Braun besitzt rund fünf Prozent an Rhön, auch die Eigentümer des Konkurrenten Sana halten Finanzkreisen zufolge ein beträchtliches Aktienpaket an Rhön.

Dennoch hat Fresenius-Chef Schneider die Übernahmehoffnungen nicht ganz aufgegeben. „Ich weiß nicht, was die anderen Investoren vorhaben. Aber wir haben Geduld und Ausdauer.“ Fresenius selbst ist mit fünf Prozent an Rhön beteiligt.

Durch den Zusammenschluss mit Rhön würde der unangefochtene Marktführer unter den privaten Klinikbetreibern in Deutschland entstehen, der dann beispielsweise eine private Zusatzversicherung für Leistungen anbieten könnte, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt werden. Es wäre ein Konzern mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro und etwa 80.000 Beschäftigten. Das entspricht einem Anteil von acht Prozent am Gesamtmarkt. Die meisten der rund 2000 Kliniken in Deutschland sind in kommunaler oder kirchlicher Hand.

Die Berliner Helios-Gruppe ist bereits heute einer der größten Klinikbetreiber in Deutschland. Zur Gruppe gehören mehr als 70 Krankenhäuser, 32 Medizinische Versorgungszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. Beschäftigt sind rund 43.000 Menschen.