Verbraucher

So viel kostet unser Oster-Frühstück

Seit 2007 rechnet die Berliner Morgenpost aus, wie sich Inflation auf das Morgenmahl auswirkt: Fazit: Brötchen und Obst werden immer teurer

Die Tasse Kaffee am Morgen ist in den vergangenen Monaten etwas günstiger geworden – doch fast alle anderen Produkte, die zu einem Oster-Frühstück gehören, haben sich im Preis verteuert. Seit 2007 rechnet die Berliner Morgenpost zusammen mit dem Statistischen Bundesamt nach, wie tief die bundesdeutschen Verbraucher im Durchschnitt für ein ausgiebiges Frühstück in die Taschen greifen müssen. Wie schon in den Vorjahren fällt das Ergebnis für 2012 zu Ungunsten der Konsumenten aus. Zwar liegt die Inflationsrate in Deutschland mit einem jährlichen Zuwachs von 1,5 Prozent aktuell auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2010. Und auch der Anstieg der Verbraucherpreise im Februar fiel mit einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat recht moderat aus. Allerdings zählen Energie und Nahrungsmittel nach wie vor zu den größten Preistreibern. Egal ob Brot, Fisch, Obst oder Fleisch – wichtige Produkte des täglichen Bedarfs sind im vergangenen Jahr um zwei bis fünf Prozent teurer geworden, in Einzelfällen fiel der Anstieg sogar noch stärker aus. Und bisher deutet nichts darauf hin, dass es in diesem Jahr anders werden könnte. Im Gegenteil: Herstellung und Transport vieler Lebensmittel dürften sich eher noch verteuern. Nach wie vor kann die Produktion vielerorts zudem nicht mit der wachsenden Nachfrage Schritt halten. Das treibt die Preise für wichtige Rohstoffe wie etwa Getreide weiter. Frühstücksbrötchen und Obstteller dürften also eher noch teuerer werden.

Äpfel

Äpfel sind teuer. Teilweise kosten selbst Standardsorten mehr als zwei Euro je Kilo. Die guten Ernteprognosen aus wichtigen Erzeugerländern wie Argentinien lassen zwar auf Entlastung hoffen. Das frostige Frühjahr schmälert die deutschen Ernteaussichten. Eine Rekordernte wie 2012 ist eher unwahrscheinlich. Tendenz: vorerst stabil.

Bienenhonig

Auf dem Frühstückstisch ist Honig eine wichtige Grundzutat. Nur etwa 20 Prozent des hier konsumierten Honigs werden in Deutschland produziert. 2012 gab es laut Deutschem Imkerbund einen leichten Anstieg beim Honigpreis aufgrund schlechterer Ernten. Für das Jahr 2013 rechnen die Imker mit recht stabilen Preisen. Tendenz: stabil.

Brötchen

Die wichtigste Frühstückszutat hat ihren Preis: In den vergangenen Jahren verteuerten sich Brötchen um jeweils einen Cent pro Jahr, mittlerweile liegt der Durchschnittspreis laut Branchenverband ZVB bei 33 Cent. Ein Rückgang ist nicht in Sicht, das verhindern die hohen Kosten für Energie und Personal in den Bäckereien. Tendenz: steigend.

Butter

Der vergangene Herbst brachte einen hohen Preissprung bei Butter. Im untersten Segment kostet das 250-Gramm-Päckchen seitdem gut 95 Cent. Den Molkereien war es zuletzt gelungen, höhere Preise gegenüber den Handelsketten durchzusetzen. Tendenz: stabil.

Cornflakes, Müsli

2012 sorgte die Jahrhundertdürre in den USA für eine Preisexplosion bei Mais. Vom Rekordhoch an den Börsen hat sich der Preis zwar wieder erholt, die Lage bleibt allerdings angespannt. Glück für die Verbraucher: Trotz der teureren Preise für Zucker, Getreide und Mais hat sich der Preis für Cornflakes gehalten. Tendenz: stabil.

Südfrüchte

Der Markt für Südfrüchte reagiert sensibel auf veränderte Ernte- und Wetteraussichten. Während Orangenbauern in den USA und Kiwi-Erzeugern in Neuseeland Ernteverluste durch ein Massensterben ihrer Pflanzen drohen, kämpft Ecuador als weltgrößter Bananenproduzent derzeit mit historischen Exportrückgängen. Tendenz: eher steigend.

Schnittkäse

Beim Käse ist Europa Spitze. 2012 konnte sich die EU einmal mehr als größter Käse-Exporteur weltweit behaupten. In den vergangenen Monaten kam den Verbrauchern zwar der niedrigere Milchpreis zugute. Doch seitdem dieser wieder steigt, dürfte sich das mit Verzögerung auch beim Preis für Käse niederschlagen. Tendenz: eher steigend.

Schokolade

Fast 190 Millionen Schoko-Hasen sind in diesem Jahr laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie zum Oster-Fest produziert worden. Ob die süße Leckerei aus Vollmilch oder Zartbitter in einem Jahr noch dasselbe kosten wird, ist angesichts steigender Rohstoff- und Energiepreise fraglich. Tendenz: eher steigend.

Orangensaft

Verbraucher greifen zur Saftflasche, Börsianer zum „Frozen Concentrated Orange Juice“, der an den Rohstoffbörsen gehandelt wird. Der Preis für die Kontrakte hängt stark von den Ernteaussichten in den USA und Brasilien ab. Für die Ernteaussichten ist das schlecht. Tendenz: steigend.

Wurst

In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele verschiedene Wurstwaren wie hier. Zuletzt mussten die Deutschen für den herben Brotbelag gut sieben Prozent mehr ausgeben. Der Grund: gestiegene Futterpreise und Transportkosten bei Schlachtvieh. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern. Tendenz: steigend.

Eier

Vor einem Jahr drohten ausgerechnet zu Ostern die Hühnereier knapp zu werden. Grund war das seit Januar 2012 in Kraft getretene Verbot von Käfighaltung für Legehennen, auf das sich damals längst nicht alle EU-Mitglieder eingestellt hatten. In diesem Jahr ist das Angebot ausreichend. Vielleicht wirkt aber der Skandal um falsch deklarierte Bio-Eier noch nach. Tendenz: steigend.

Kaffee

Der Kaffee ist und bleibt das Lieblingsgetränk der Deutschen. Erfreulich für den Verbraucher: Viele Handelsketten haben die Preise für ihre Kaffeeprodukte im vergangenen Jahr deutlich gesenkt. Allerdings sind die gefallenen Rohstoffpreise für viele Erzeuger so unattraktiv geworden, dass sie inzwischen Teile der Produktion zurückhalten wollen. Tendenz: stabil.

Marmelade

Der Preis für Marmelade hat sich zuletzt nicht nennenswert verändert. Über die aktuellen Aussichten äußern sich die Hersteller aber erst ab Mitte des Jahres, wenn die genaueren Ernteprognosen vorliegen. Die große Sortenvielfalt erschwert die Vorhersagen – bis auf eine: Marmelade bleibt eine der beliebtesten Frühstückszutaten. Tendenz: eher steigend.

Milch

Eine regelrechte Milchschwemme sorgte im vergangenen Jahr dafür, dass der Preis für Milch und Joghurt stark eingebrochen ist. Ein Liter Vollmilch kostete zeitweise nur noch etwa 50 Cent. Mittlerweile liegt der Preis wieder deutlich höher, für den Liter Markenmilch muss der Verbraucher inzwischen sogar wieder mehr als einen Euro ausgeben. Tendenz: steigend.

Zucker

Im deutschen Supermärkten stieg der Preis für das klassische Kilogramm- Päckchen Zucker im vergangenen Jahr um gut 16 Prozent. An den Weltbörsen hat Zucker hingegen zuletzt einen deutlichen Preisrückgang erlitten. Ein Streitpunkt in Europa ist die strenge Zucker-Quote, die den süßen Stoff für viele Hersteller verteuert. Tendenz: eher steigend.