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Gute Aussichten für Azubis

Laut einer neuen IHK-Umfrage haben junge Menschen nach einer Berufsausbildung Karrierechancen

Am Ende ihrer Ausbildung haben bereits 59 Prozent der Jugendlichen in Berlin ein weiterführendes Arbeitsverhältnis in der Tasche. Das ergab eine Umfrage unter Auszubildenden, die die IHK und die Vereinigung der Leitungen beruflicher Schulen in Berlin (BBB) durchführten. Demnach setzt eine Ausbildung einen guten Startschuss für eine berufliche Karriere. 15 Prozent der Befragten wollten nach ihren Lehrjahren ein Studium beginnen, 19 Prozent suchten am Ende der Ausbildung noch nach einer Stelle.

Die meisten Jugendlichen sind laut Umfrage, die zwischen Mai und Dezember 2012 unter knapp 1000 Azubis durchgeführt wurde, mit ihrer Berufswahl zufrieden. Drei von vier blicken auf eine Ausbildung im Traumberuf oder eine gute Alternative dazu zurück. 58 Prozent gaben den Spaß am Beruf als das wichtigste Kriterium ihrer Wahl an. Zukunftschancen im Beruf spielten für 42,8 Prozent eine wichtige Rolle. Erfreulich: Über zwei Drittel der Befragten berichten, ihre Ausbildung entsprach ihren Erwartungen oder übertraf diese sogar. „Die Ergebnisse dieser Umfrage zeugen von der hohen Qualität der Ausbildung in Berlin, die durch die beiden starken Partner Betrieb und Schule getragen wird“, sagt Thilo Pahl, IHK-Geschäftsführer für Ausbildung.

Die große Mehrheit gab an, dass während der Ausbildung keine ernsthaften Probleme auftraten. Unzufriedenheit herrschte meistens über Routinearbeiten, bei denen die Azubis nur wenig lernen konnten. In den Berufsschulen wurden bemängelt, dass die Ausstattung nicht auf dem neuesten Stand oder das Lernklima schlecht war.

Der Standort Berlin ist als Ausbildungsmarkt für junge Leute attraktiv: 27 Prozent haben ihren Schulabschluss nicht in Berlin gemacht, hier aber ihre Ausbildung absolviert. 60 Prozent der Azubis, die ihren Schulabschluss nicht in Berlin gemacht haben, kamen aus Brandenburg, obwohl die Unternehmen dort aufgrund der demografischen Entwicklung intensiv um Nachwuchskräfte werben. Die Jugendlichen finden meist zügig einen Ausbildungsplatz (s. Grafik). 69 Prozent haben nicht länger als drei Monate gesucht, 39 Prozent sogar nicht länger als einen Monat. 23 Prozent der Azubis wurden im Ausland geboren oder haben mindestens ein Elternteil mit ausländischen Wurzeln, die meisten in der Türkei (37 Prozent). Während der Ausbildungszeit verbrachten nur acht Prozent Zeit im Ausland.

Unterdessen sagte Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Mittwoch bei einer Veranstaltung der IHK, dass sie die Fähigkeiten von qualifizierten Arbeitslosen und Studienabbrechern stärker zur Eindämmung des Fachkräftemangels nutzen will. 50 Prozent der rund 217.000 Arbeitslosen in Berlin verfügten über einen Berufsabschluss. Jeder vierte Studierende breche sein Studium ab.

„Diese Potenziale dürfen wir nicht brach liegen lassen“, sagte die Arbeitssenatorin. Hier müssten mehr Kooperationen mit der Wirtschaft angestoßen werden.