Gehälter

Warum Siemens-Chef Löscher 7,9 Millionen Euro erhält

Auf der Vergütungsrangliste der Dax-Chefs wird Peter Löscher erneut weit vorn landen.

7,9 Millionen Euro bekommt der Siemens-Vorstandsvorsitzende für 2012. Wobei die Aussage so nicht ganz stimmt. Sicher hat der 55-Jährige bislang nicht einmal die Hälfte. Läuft es optimal, kann es sogar noch mehr werden. Klar ist, Löscher bekam für seine Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr, das bei dem Industriekonzern traditionell bereits im September endet, eine Grundvergütung von zwei Millionen Euro (1). Dieser Betrag wird ihm bar ausgezahlt, unabhängig davon, wie gut oder schlecht es läuft. Hinzu kamen 30.720 Euro für Nebenkosten wie Dienstwagen, Versicherungen und Wohnungskosten (2). Diese beiden Posten werden in dem überraschend verständlichen Vergütungsbericht als „Erfolgsunabhängige Komponenten“ bezeichnet.

Mehr Raum nehmen die „Erfolgsbezogenen Komponenten“ ein. Die Ziele werden vom Aufsichtsrat zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres festgesetzt. Für 2012 galt es für Löscher, den Umsatz um ein Prozent zu steigern, die Rendite auf das eingesetzte Kapital sollte bei 16,1 Prozent liegen und der freie Zahlungsmittelzufluss, der Free Cash Flow, musste bei 3,6 Milliarden Euro liegen. Alle drei Vorgaben wurden übererfüllt – unter dem Strich zu 135,99 Prozent.

Dafür gibt es für Löscher 135,99 Prozent seiner Grundvergütung obendrauf - also 2,7198 Millionen Euro. Die eine Hälfte gibt es bar, also 1,3599 Millionen Euro (3). Die andere Hälfte erhält er in Form von Aktienzusagen (Bonus Awards). Angesichts eines Kurses von 64,93 Euro am Stichtag wurden ihm 20.945 Aktien zugebucht (4).

Doch das ist nicht alles: Es gibt noch eine langfristige Komponente. Sie hängt nicht nur von einem Geschäftsjahr ab, sondern vom Gewinn je Aktie, den Earnings per Share, kurz EPS, der vergangenen drei Jahre, sowie von der Kursentwicklung der Siemens-Aktie innerhalb der nächsten vier Jahre – im Vergleich zu denen von Konkurrenten wie ABB und General Electric. Dafür gibt es wieder Aktienzusagen (Stock Awards).

Trifft Löscher beim Gewinn je Aktie und im Vergleich zu den Kursen der Konkurrenten die Erwartung zu 100 Prozent, bekommt er noch einmal 2,5 Millionen Euro in Aktien oben drauf – 1,25 Millionen Euro für das Gewinnziel und 1,25 Millionen Euro für den Konkurrentenvergleich. Die im Vergütungsbericht für 2012 ausgewiesenen 29.648 Aktien im Wert von 1,925 Millionen Euro (5) ergeben sich daraus, dass Siemens die festgelegten Ziele für den Gewinn je Aktie im Durchschnitt der vergangenen drei Geschäftsjahre zu 154 Prozent erfüllte. Beim Vergleich mit den Wettbewerbern wird zunächst so gerechnet, als ob Löscher bis 2016 das Ziel erreicht (6). Hat er es nach vier Jahren übertroffen, erhält er weitere Barzahlungen. Für 2012 erhielt Löscher weitere 1,12 Millionen Euro an Vorsorgezusagen.