Medien

„Wir wollen den digitalen Umbau deutlich forcieren“

Der Berliner Medienkonzern Axel Springer steigert sein Ergebnis: Gewinn legt um 5,8 Prozent zu

Axel Springer will das Innovationstempo erhöhen und macht das digitale Geschäft zum neuen Kerngeschäft. Das hat Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, auf der Bilanzpressekonferenz des Medienhauses („Bild“, Berliner Morgenpost) angekündigt. Schon im vergangenen Jahr haben das stark wachsende Digitalgeschäft und die Auslandsaktivitäten wesentlich zum Rekordergebnis von Axel Springer beigetragen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte 2012 um 5,8 Prozent auf 628 Millionen Euro zu.

Der Umsatz stieg um 3,9 Prozent auf 3,31 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebitda von 619 Millionen Euro und Erlösen von knapp 3,3 Milliarden Euro gerechnet. Getrieben wurde das Wachstum insbesondere durch ein Umsatzplus von 22 Prozent im Segment digitale Medien, zu dem auch die Konsolidierung neu erworbener Gesellschaften beitrug. Das organische Wachstum der digitalen Medien lag ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich.

„Das Jahr 2012 markiert für Axel Springer eine Zeitenwende: Erstmals haben wir mit den digitalen Medien mehr als eine Milliarde Euro Umsatz erzielt, das ist mehr als mit jedem anderen Geschäftsbereich. Wir wachsen dabei profitabel und erreichen höhere Margen als früher“, sagte Döpfner. Die inländischen Printmedien blieben trotz rückläufiger Vertriebs- und Werbeerlöse mit Ebitda-Renditen von mehr als 20 Prozent hochprofitabel. Die Auslandserlöse legten um elf Prozent zu. Damit erhöhte sich ihr Anteil am Konzernumsatz von 32,9 auf 35,1 Prozent.

Stabile Dividende für Aktionäre

Auch der Anstieg der Rendite von 18,6 auf 19 Prozent wurde maßgeblich durch die höhere Profitabilität des Segments digitale Medien getrieben, das seine Rendite um mehr als vier Prozentpunkte auf 20,7 Prozent verbesserte. Seinen Aktionären will Axel Springer eine stabile Dividende von 1,70 Euro je Anteilschein ausschütten. Auch die Mitarbeiter werden am Unternehmenserfolg beteiligt. Jeder Berechtigte erhält eine Sonderzahlung von 1200 Euro.

Für das Geschäftsjahr 2013 rechnet der Vorstand mit einem Anstieg der Gesamterlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich, unter der Annahme, dass es zu keiner signifikanten Beschleunigung der strukturell rückläufigen Trends im Printgeschäft kommt. Der Vorstand geht davon aus, dass der geplante Anstieg der Werbeerlöse und stabile übrige Erlöse die voraussichtlich sinkenden Vertriebserlöse überkompensieren werden.

„Wir wollen den digitalen Umbau des gesamten Unternehmens deutlich forcieren, um unsere Position als Vorreiter der Digitalisierung weiter auszubauen“, sagte Döpfner. „Wir wollen Innovationen beschleunigen, die Effizienz des eingesetzten Kapitals weiter erhöhen und den tief greifenden strukturellen Wandel der Medienbranche gestalten. Auch wenn die Printmedien noch lange einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg liefern werden, ist unser Ziel klar: Wir wollen das führende digitale Medienunternehmen werden.“

Dazu gehört unter anderem die Fortführung des digitalen Abonnement-Modells, das bereits bei der „Welt“ greift und ab Sommer in anderer Form bei „Bild.de“ eingeführt werden soll. Es soll weitere Zukäufe geben, zudem will Axel Springer die bisherigen Geschäfte ausbauen und die Internationalisierung vorantreiben. Zusätzlich kündigte Vorstandschef Döpfner als einen weiteren Schwerpunkt im Digitalgeschäft die Gründung neuer Marken und Produkte an. Zum einen können ausgewählte Gründer für ihre Unternehmensideen die Infrastruktur von Axel Springer nutzen, zum anderen werde das Medienhaus aber auch selbst verstärkt eigene Marken in dem Segment entwickeln.