Kommentar

Geht doch – kostet aber

Florian Eder über den Gegenwert von sauberer Luft und einem guten Gewissen

Das Ziel, die Kohlendioxidemissionen auf 95 Gramm pro Kilometer zu begrenzen, ist anspruchsvoll, aber machbar. Es kostet nur recht viel Geld, das Verbraucher und Hersteller aufbringen müssen. Man kann diese Kosten als politisch gewollte Investition in ein gutes Gewissen und in saubere Luft sehen, aber dann muss man das auch sagen. Daran aber mangelt es den Umweltschützern in Brüssel in diesem Fall: an der Aufrichtigkeit, die Folgen ihrer Politik ordentlich abzuschätzen und sich Argumente zu überlegen, die über vermeintliche Sachzwänge hinausgehen.

Denn Zwänge kennt auch die Industrie, und Zwänge kennen vor allem Bürger. Der Automarkt in Südeuropa etwa ist ohnehin am Boden, obwohl die dort vertretenen Hersteller doch vergleichsweise klimaschonende Kleinwagen bauen. Für viele Menschen ist ein grünes Gewissen schon heute nicht das ausschlaggebende Argument beim Autokauf. Sondern das Budget.