Fluggesellschaften

Lufthansa streicht Arbeitsplätze und Aktionären Dividende

Die Lufthansa setzt ihren Sanierungskurs mit unvermindertem Schub fort.

Konzernchef Christoph Franz will unter anderem die Hauptverwaltung am Stammsitz Köln und eine Tochtergesellschaft in Norderstedt bei Hamburg bis 2017 dichtmachen. Mindestens 700 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Die Gewerkschaft Ver.di kündigte bereits entschlossenen Widerstand gegen die Pläne zum Stellenabbau an. Es handele sich um Konkretisierungen des bereits angekündigten Stellenabbaus im Rahmen des Sparprogramms „Score“, mit dem der Lufthansa-Konzern sein Ergebnis um 1,5 Milliarden Euro im Jahr steigern will, erläuterte das Unternehmen in Frankfurt. 500 Millionen Euro davon entfallen auf Personalausgaben. Weltweit will Europas größter Luftfahrtkonzern 3500 Jobs streichen, davon 2500 in Deutschland.

Von 200 Arbeitsplätzen in der Finanzverwaltung in Hamburg sollen 80 Prozent in ein „spezialisiertes Dienstleistungszentrum“ überführt werden, teilte Lufthansa weiter mit. Köln könnte noch in größerem Umfang betroffen sein, wenn die Zentrale der Regionaltochter Lufthansa CityLine nach München verlegt werden sollte. Betroffen wären 300 Mitarbeiter.

Im abgelaufenen Jahr profitierte die Lufthansa überraschend stark von Beteiligungsverkäufen. Zugleich profitierte man vom Radikalschnitt bei der lange defizitären Tochter Austrian Airlines (AUA). Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern 990 Millionen Euro, nachdem er ein Jahr zuvor noch einen Verlust von 13 Millionen Euro eingeflogen hatte. Den Aktionären will Lufthansa trotz des Gewinns die gewohnte Dividende streichen. Vor milliardenschweren Investitionen in modernere und damit meist sparsamere Flieger schreckt der Vorstand trotz des Spardrucks nicht zurück. Acht Langstreckenjets und 100 Kurz- und Mittelstreckenmaschinen will Franz nun für rund neun Milliarden Euro bestellen.