Justiz

Staatsanwaltschaft lässt Anlagebetrüger auffliegen

Der Frankfurter Staatsanwaltschaft ist ein Schlag gegen eine Bande mutmaßlicher Anlagebetrüger gelungen.

Sie werden verdächtigt, mit der Frankfurter Firmengruppe S&K ein umfassendes Schneeballsystem installiert und Tausende Anleger um ihre Ersparnisse geprellt zu haben. Man gehe von einem „extrem hohen Schaden im dreistelligen Millionenbereich“ aus, berichtete die Frankfurter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen am Dienstag. Sechs Männer wurden in Frankfurt und Hamburg in Haft genommen, gegen weitere 44 wird ermittelt.

Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen die Deutsche S&K Sachwert AG in Frankfurt, die zusammen mit weiteren Firmen aus Hamburg und Köln Kern eines betrügerischen Firmennetzes sein soll. Das Unternehmen war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Tausenden Kunden sollen beispielsweise Anteile an Investmentfonds verkauft worden sein, die wiederum ihre Mittel an eine Immobilien-GmbH der S&K-Gruppe als Darlehen weiterreichten. Als Verzinsung wurden laut Verkaufsprospekt zwölf Prozent versprochen. Um die Ansprüche älterer Anleger zu befriedigen, seien im Schneeballsystem neue Zuflüsse verwendet worden, lautet ein Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Ebenfalls im Angebot waren Fonds für Risikokapital.

Immobilien wurden nach den Erfahrungen der Lehman-Krise im Jahr 2008 als „wahrscheinlich sicherste Anlageform der Welt“ in den Vordergrund der Werbung gestellt. S&K verwaltete nach eigenen Angaben ein Portfolio im Wert von 1,7 Milliarden Euro. Laut einer Frankfurter Justizsprecherin sind bei den Durchsuchungen sechs Verdächtige im Alter zwischen 31 und 70 Jahren verhaftet worden.