EyeQuest

Ein globales Video-Netzwerk per Smartphone

Mit der App "EyeQuest" beantworten sich User gegenseitig Fragen via Fotos und Bewegtbildern

Weltweit gibt es bereits mehr als eine Milliarde Smartphones, die alle über Foto- und Videokameras verfügen. Das ist eine gute Voraussetzung für die Vision des Berliner Start-ups EyeQuest. Geplant ist ein Netzwerk mobiler Kameras, das innerhalb weniger Minuten durch Crowdsourcing einen Livestream von jedem gewünschten Ort garantiert.

Und so funktioniert die App: Ein Nutzer will zum Beispiel wissen, wie lang die Schlange an der Berlinale-Kasse ist. Er startet also seine EyeQuest-App und gibt das Stichwort „Berlinale-Kasse“ ein. Die App findet einen Ort, in diesem Fall das Cinemaxx am Potsdamer Platz. Mit einem Klick wählt der Nutzer diesen Standort aus, gibt an, ob er dazu ein Foto oder Video sehen will und formuliert die Frage: „Ist an der Kasse eine lange Schlange?“ Ein anderer Nutzer sieht diese Frage, zückt sein iPhone und sendet ein Foto oder ein Video. Der Fragesteller erhält ein paar Minuten später eine Nachricht. „Keine Schlange“, lautet die Antwort. Ein Foto zeigt die leere Kasse. Damit diese Mechanik funktioniert, haben sich die Gründer ein Spiel ausgedacht. „Mit diesem Spiel ist es uns gelungen, ein Verhältnis von 3:1 zwischen gestellten und beantworteten Aufgaben zu erreichen. Das ist besser, als wir es erwartet hatten“, sagt Brüggemann.

„Diamanten“ sind die virtuelle Währung von EyeQuest: Jede gestellte Video-Anfrage kostet zehn Diamanten, für jede beantwortete erhält der Nutzer zehn zurück. Wer sich neu anmeldet, besitzt ein Guthaben von 200 Diamanten, um die App testen zu können. „Wir wollen die Leute dazu motivieren, die von wildfremden Menschen gestellten Fragen zu beantworten“, sagt Thomas Brüggemann. Zur Zeit finanziert sich das EyeQuest noch aus eigenen Mitteln seiner Gründer – der Brüder Thomas und Lüder Brüggemann. Dritter im Bunde und für den Code verantwortlich ist Meik Dankleff. „Wir führen zur Zeit Gespräche mit Investoren“, sagt Thomas Brüggemann. Wenn die Gründer einen Geldgeber gefunden haben, wollen sie verstärkt ins Marketing investieren, um schnell „eine kritische Masse zu erreichen“. Derzeit ist EyeQuest nur in Berlin verfügbar.