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Aral gibt dem Staat die Schuld an hohen Benzinpreisen

Der größte deutsche Tankstellenbetreiber Aral hat Vorwürfe der Preistreiberei an den Zapfsäulen zurückgewiesen.

Die Preisdiskussion blende aus, dass vom Benzinverkauf vor allem der Staat profitiere, sagte Aral-Vorstandsmitglied Stefan Brok am Dienstagabend vor Journalisten in Düsseldorf. Allein im vergangenen Jahr habe Aral aus dem Tankstellengeschäft rund 7,5 Milliarden Euro an Steuern gezahlt. Während das Unternehmen am Benzinverkauf nach Steuern 1 bis 1,5 Cent je Liter verdiene, kassiere der Staat im Schnitt rund 80 Cent. „Ohne Steuern hätten Kraftstoffe im vergangenen Jahr durchschnittlich gerade einmal zwischen 69 und 78 Cent gekostet.“

Auf die Einführung der geplanten Markttransparenzstelle reagierte das Unternehmen gelassen. „Für uns ist Transparenz schon da“, sagte Brok. Der Konzern veröffentliche bereits die Preise seiner rund 2500 Tankstellen im Internet. Allerdings gebe es Wettbewerber, die das noch nicht machten. Ob die Kunden im Fall eines Preisunterschieds von wenigen Cent je Liter tatsächlich eine mehrere Kilometer entfernte Tankstelle ansteuern, bleibe abzuwarten. Wenn Kunden nach dem Preisvergleich über Smartphone oder Navigationssystem vermehrt zu Billigtankstellen fahren, werde auch Aral an seinen Stationen im Umfeld schneller mit Preisnachlässen reagieren. Auch ob sich dadurch insgesamt das Preisniveau nach oben oder nach unten entwickele, sei aber nicht vorauszusagen, so Brok.

Die Markttransparenzstelle soll nach den Plänen der Bundesregierung die Ein- und Verkaufspreise von Benzin und Diesel kontrollieren. Die Regierung erhofft sich dadurch mehr Druck auf die Preise. Zudem sollen die freien Tankstellen gestärkt werden. Derzeit kontrolliert ein Oligopol aus Aral, Esso, Shell, Jet und Total den Markt. Aral ist nach eigenen Angaben mit einem jährlichen Kraftstoffabsatz von rund 7,6 Millionen Tonnen Marktführer in Deutschland vor Shell. Der Marktanteil von Aral liege bei 22,5 Prozent.