Gesetzesänderung

Bewertungsreserve der Lebensversicherer verdreißigfacht

Die finanzielle Situation der deutschen Lebensversicherungen ist nach einem Bericht des „Spiegel“ besser als bislang angenommen.

Die sogenannten Bewertungsreserven der Unternehmen seien weitaus höher als bislang bekannt, berichtete das Nachrichtenmagazin. Interne Zahlen von Aufsehern zeigen dem Bericht zufolge, dass sich die Bewertungsreserven bei festverzinslichen Wertpapieren seit Anfang 2011 fast verdreißigfacht hätten – von 2,7 auf 75,1 Milliarden Euro. Andere Anlageformen wie Immobilien mitgerechnet, seien die Bewertungsreserven zuletzt sogar auf 89,7 Milliarden Euro gestiegen.

Bewertungsreserven entstehen, wenn eine Kapitalanlage aktuell mehr wert ist als der Preis, zu dem sie gekauft wurde. Die Konzerne müssen ihre Kunden an diesen Gewinnen beteiligen, wenn ihr Vertrag ausläuft. Mit einer Gesetzesänderung sollte diese Pflicht eigentlich eingeschränkt werden. Allerdings ist ein entsprechendes Gesetz heftig umstritten, der Bundesrat hat es Ende vergangenen Jahres vorerst gestoppt.

Denn Kunden, deren Verträge bald auslaufen, bekämen durch die vorerst gestoppte Neuregelung deutlich geringere Ausschüttungen als gedacht. Aus internen Hochrechnungen, die sich ein Versicherungsvertreter eines großen Unternehmens besorgt habe, geht demnach hervor: Eine Police, die 2017 auslaufe, würde es nach derzeitigem Stand nur noch auf eine Ablaufleistung von 68.000 Euro bringen statt auf die erwarteten 75.000 Euro. Und ein Vertrag, der für 2026 knapp 330.000 Euro versprach, reduziere sich auf nur noch 295.500 Euro.