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Investoren treiben Preise für Ackerland in Ostdeutschland

Die Preise für Ackerland in Ostdeutschland steigen weiter kräftig.

Das geht aus der Jahresbilanz 2012 der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) hervor. Die Gesellschaft des Bundes zur Privatisierung von Agrarflächen der ehemaligen DDR verkaufte Acker- und Grünland zum Verkehrswert von durchschnittlich 13.761 Euro pro Hektar. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahr. 2011 hatten sich die Flächen bereits um 21 Prozent verteuert.

BVVG-Geschäftsführer Wilhelm Müller begründete den Preisanstieg mit einer weltweit zunehmenden Nachfrage nach Agrarprodukten. Außerdem näherten sich die Preise in Ostdeutschland allmählich denen in Westdeutschland an, sagte Müller in Berlin. Im Westen waren für Ackerland 2011 im Durchschnitt 20.500 Euro pro Hektar zu zahlen.

Aus ihrem Bestand verkaufte die BVVG im vergangenen Jahr 40.400 Hektar Ackerland und 12.200 Hektar Wald. Von dem Äckern gingen 15.300 Hektar verbilligt an Alteigentümer. Die übrigen Felder bekamen überwiegend ortsansässige Betriebe, sagte Müller. So seien 16.700 Hektar an bisherige Pächter direkt verkauft worden. 7600 Hektar wurden laut Müller nach einer Ausschreibung veräußert. Etwa 80 Prozent davon seien ebenfalls an Betriebe am Ort gegangen.

Müller räumte ein, dass hinter diesen Betrieben auch Konzerne stecken könnten oder Landwirte mit Investoren kooperierten. Zahlen nannte er nicht. Hintergrund dieser Äußerungen ist eine seit Jahren geführte Diskussion darüber, ob kapitalstarke Investoren aus dem In- und Ausland für die Preisexplosion mitverantwortlich sind.

Verkauf und Verpachtung von Feldern und Forsten spülten dem Bund im vorigen Jahr 483 Millionen Euro in die Kasse. Im Jahr zuvor hatte der Überschuss 597 Millionen Euro betragen. Seit 1992 hat die BVVG 1,3 Milliarden Hektar privatisiert. Ende 2012 hatte sie noch 316.000 Hektar im Bestand.