Markenstreit

Urteil im Bierstreit: Ein „Bud“ ist kein „Budweiser“

Wo „Bud“ draufsteht, muss Bier der US-Brauerei Anheuser-Busch drin sein. Das hat das EU-Gericht am Dienstag in Luxemburg entschieden.

In dem jahrelangen Markenstreit mit der tschechischen Budweiser-Brauerei erzielte der US-Bierriese nun einen Erfolg vor Gericht. Anheuser-Busch hat demnach das alleinige Recht, die Kurzbezeichnung „Bud“ für seine Biere in der EU zu verwenden. Die Richter wiesen mehrere Klagen der Tschechen ab. Anheuser-Busch hatte „Bud“ als Gemeinschaftsmarke beim EU-Markenamt eintragen lassen.

Die Budweiser-Brauerei darf laut Urteil ihre Biere nur unter der tschechischen Originalbezeichnung Budejovicky Budvar verkaufen. Zwar habe das Unternehmen die Marke „Bud“ in Frankreich, Italien, Portugal und Österreich schützen lassen, allerdings habe es diese Bezeichnung zu wenig genutzt, schrieben die Richter. Anders verhält es sich mit dem kompletten Namen „Budweiser“: Der gehört weiterhin den Tschechen. Bereits 2010 hatten die EU-Richter entschieden, die tschechische Brauerei in Deutschland und Österreich habe das ältere Recht an der Bezeichnung „Budweiser“. Dieser Name bleibt in der EU dem Bier aus Tschechien in der grünen Flasche mit roter Schrift auf weißem Etikett vorbehalten.

In der EU hatte der US-Konzern in den 1990er-Jahren seine Marke eintragen lassen und den Streit ausgelöst. In den USA wurde Budweiser 1878 als Warenzeichen eingetragen. In Südböhmen wird das Bier seit dem 13. Jahrhundert gebraut.