Konjunktur

Japan will die Wirtschaft mit Geld überschwemmen

Regierung und Notenbank in Tokio wollen den stotternden japanischen Wachstumsmotor mit einer Rekord-Geldschwemme wieder auf Touren bringen.

In einer gemeinsamen Erklärung kündigten sie an, dass die Bank von Japan im Kampf gegen Deflation und Konjunkturflaute vom kommenden Jahr an unbegrenzt Anleihen ankauft. Die Währungshüter unter dem scheidenden Präsidenten Masaaki Shirakawa gingen damit so weit wie nie zuvor. Zugleich verdoppelte die Notenbank ihr Inflationsziel auf zwei Prozent. Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte zudem einen „Paradigmenwechsel“ in der makroökonomischen Strategie an. Experten rechnen nun damit, dass der Abwertungswettlauf unter anderem zwischen Japan und den USA an Schärfe gewinnt.

Denn Japan setzt angesichts der Konjunkturschwäche auf einen schwachen Yen, um seine Exporte anzukurbeln. Ministerpräsident Abe, der mit seiner Liberaldemokratischen Partei bei der Wahl einen klaren Sieg errungen hatte, versprach üppige Konjunkturstützen; der Yen verlor daraufhin im Vergleich zum Dollar an Wert. Derzeit kostet ein Dollar 88,75 Yen. Wagner zufolge steuert die Regierung einen Wechselkurs von 100 Yen zum Dollar an.

Abes Spielraum für weitere Konjunkturstützen ist angesichts einer Staatsverschuldung von etwa 235 Prozent begrenzt. Er ist daher auf die Notenbank angewiesen und erhöhte zuletzt den Druck auf die Währungshüter, ihr Mandat auch auf die Förderung des Arbeitsmarktes auszudehnen. Doch das alles dürfte nach Einschätzung von Experten die Wirtschaft nicht auf Vordermann bringen. Dringend nötig seien vielmehr Strukturreformen, sagte Commerzbank-Experte Wagner.

Die hartnäckige Deflation, die ein Problem für Japan darstellt, hängt mit der geringen Nachfrage der Verbraucher zusammen. Denn die Unternehmen senken die Preise immer weiter, um noch Käufer für ihre Produkte zu finden. Das heizt die Abwärtsspirale an.