Ratgeber: Aus- und Weiterbildung

Bankkaufmann unter Azubis sehr beliebt

Das duale System bietet gute Entwicklungsmöglichkeiten

Bankkaufmann gehört zu den begehrtesten kaufmännischen Ausbildungsberufen. Dieses duale System ist für viele junge Leute sehr attraktiv. Dieser Beruf bietet gute Entwicklungs- und Verdienstmöglichkeiten. "Das ist ein sehr anspruchsvoller Beruf und erfordert viel Sensibilität beim Umgang mit Menschen. Die Kunden müssen fair, sachlich und korrekt behandelt werden, die Vertrauensbasis muss stimmen", erklärt die Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Berlin Mitte, Nora Jagelmann.

Die Bankkaufleute beraten die Kunden bei allen Geldangelegenheiten, eröffnen für sie Konten, informieren sie über Kontoführung und Onlinebanking und bearbeiten auch Kundenaufträge im Auslandszahlungsverkehr. Außerdem beraten sie ihre Klienten bei verschiedenen Geld- und Kapitalanlagemöglichkeiten, bearbeiten viele Privat- und Firmenkredite und schließen Bausparverträge und Lebensversicherungen ab.

Im vergangenen Jahr gab es für diese Berufsausbildung 230 Stellen in Berlin. Für die Bewerbung reicht theoretisch auch ein mittlerer Bildungsabschluss, aber in der Praxis werden in der Regel Abiturienten mit guten Noten bevorzugt. Die Anforderungen sind meistens sehr hoch. "Mit einer Vier in Mathematik braucht man sich eigentlich gar nicht zu bewerben", sagt Jagelmann. Die Ausbildung dauert drei Jahre, kann aber mit guten Leistungen sogar auf zwei Jahre verkürzt werden.

Bei dieser Berufsausbildung arbeiten die angehenden Bankkaufleute blockweise zwei, drei Wochen in einer Bank und gehen dann anschließend zwei, drei Wochen lang zur Berufsschule. Die Ausbildungsvergütungen sind im ersten Jahr durchschnittlich 760 Euro, im zweiten Jahr etwa 820 Euro und im dritten Jahr rund 875 Euro brutto.

Im ersten Jahr der Ausbildung lernen die Auszubildenden unter anderem, wie man Beratungs- und Verkaufsgespräche mit Kunden führt und welche rechtlichen Bestimmungen sowie vertragliche Vereinbarungen man bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs beachten muss. Im zweiten Ausbildungsjahr kommen dann auch Beratungen über Anlagen in Wertpapieren und Aufarbeitung sowie Auswertung von statistischen Daten dazu.

Im letzten Ausbildungsjahr werden die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für Baufinanzierungen und Kredite für Firmenkunden thematisiert. Im theoretischen Teil in der Berufsschule wird gelernt, wie man Kunden besondere Finanzinstrumente anbietet, sie über Steuern informiert und wie man Auslandsgeschäfte abwickelt.

Nach der Berufsausbildung können Bankkaufleute ohne weiteres auch als Anlageberater, Bausparkassenfachmann, Devisen-, Dokumenten- und Wertpapiersachbearbeiter sowie Investmentfondskaufmann tätig werden.