Nordbank

Mirow ersetzt Kopper als Aufsichtsratschef der HSH

Hilmar Kopper tritt als Aufsichtsratschef der Krisenbank HSH vorzeitig ab.

Der 77-Jährige lege sein Amt spätestens zum 28. Februar nieder, teilte die Hamburger Bank am Freitag mit. Als Nachfolger schlugen die Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein Thomas Mirow vor, der bis Mitte 2012 Chef der Osteuropabank in London war. „Mir ist bewusst, dass vor der HSH Nordbank eine weitere, sehr schwierige Wegstrecke liegt“, sagte der SPD-Politiker, der auch einige Jahre Hamburger Wirtschaftssenator war. Für die Steuerzahler im Norden wie für die Unternehmen stehe viel auf dem Spiel. Die HSH war vor knapp vier Jahren mit staatlicher Milliardenhilfen vor dem Aus geretteten worden und steht angesichts der Schifffahrtskrise vor neuen Problemen.

Bei der HSH Nordbank als führendem Schiffsfinanzierer schlägt die Krise der Reeder besonders stark zu buche. Die Schifffahrtsunternehmen leiden unter Überkapazitäten und sinkenden Raten. Viele Schiffe können deshalb ihre Kosten nicht einspielen. Angesichts der anhaltenden Probleme erwägen die beiden Landesregierungen von Hamburg und Schleswig Holstein, den staatlichen Garantierahmen wieder auf zehn Milliarden Euro aufzuspannen. Die HSH hatte nach ersten Sanierungserfolgen im vergangenen Jahr drei Milliarden an Garantien zurückgegeben, was sich später jedoch als Fehlentscheidung erwies.

Kopper, der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, war Mitte 2009 bei der HSH angetreten, als die Bank nach Fehlspekulationen mit Kredit- und Finanzgeschäften gerade mit Milliardenhilfe gerettet worden war. Bei seinen Personalentscheidungen hatte Kopper bei der HSH kein glückliches Händchen. Dirk Jens Nonnenmacher, an dem Kopper als Vorstandschef lange festhielt, musste er 2011 entlassen. Nonnenmachers Nachfolger, den Investmentbanker Paul Lerbinger, setzte Kopper im Oktober 2012 wieder vor die Tür.

( rtr )