Börse

Chinesischer Staatsfonds prüft Daimler-Einstieg

Stuttgarter Autokonzern wirbt um Großaktionäre

An der Börse machen Spekulationen über den möglichen Einstieg eines chinesischen Staatsfonds bei Daimler die Runde. Befeuert wurden die Spekulationen von einem Bericht auf der chinesischen Internetseite „People’s Daily Online“, wonach die China Investment Corporation (CIC) vier bis zehn Prozent der Anteile des Stuttgarter Autobauers übernehmen wolle. Die Aktien des Autobauers kletterten zu Wochenbeginn am Montag gegen den schwächeren Börsentrend in der Spitze um bis zu 2,4 Prozent auf den höchsten Stand seit neun Monaten.

Der chinesische Fonds CIC lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Daimler-Sprecher wollte sich ebenfalls nicht zu dem Bericht äußern. Das bUnternehmen stehe neuen Investoren jedoch „aufgeschlossen“ gegenüber. Vor Weihnachten hatte der ohne schützenden Ankerinvestor dastehende Konzern in China bei Investoren die Werbetrommel gerührt, zudem hatte Vorstandschef Dieter Zetsche im Dezember in einem Interview um neue langfristig orientierte Aktionäre geworben. Zetsches Vertrag wird voraussichtlich in den nächsten Wochen um drei Jahre verlängert.

Die Investor-Relations-Abteilung des Unternehmens hatte kurz vor Jahresschluss Anleger und Analysten auf eine geringere Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr eingestimmt: Nach dem Rückgang des operativen Gewinns im Jahr 2012 sei eine Dividende je Aktie in Höhe von zwei Euro realistischer als die für 2011 ausgeschütteten 2,20 Euro. Ende Oktober hatte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber noch erklärt, von dem im Jahr 2012 erwarteten Nettoergebnis her könne Daimler die Dividende stabil halten.

Kuwait ist größter Aktionär

Größter Aktionär bei Daimler ist – nach dem Ausstieg des Staatsfonds Aabar aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi – das Golf-Emirat Kuwait mit 7,6 Prozent der Anteile. Aabar hatte sich im Herbst 2012 nach fehlgeschlagenen Derivate-Geschäften endgültig von seinen Daimler-Papieren getrennt, der Fonds war Daimler in der Finanzkrise 2009 beigesprungen und hatte für rund zwei Milliarden Euro einen direkten Aktienanteil von gut neun Prozent erworben. Der Wert dieses Aktienpakts verdoppelte sich zwar bis 2012 nahezu. Aabar war bei dem Deal jedoch Wetten eingegangen, die am Ende nicht aufgingen und milliardenschwere Bewertungsverluste einbrachten.