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StudiVZ-Gründer lobt Kopfgeld gegen Samwer-Brüder aus

Die Berliner Start-up-Szene hat den ersten Eklat des neuen Jahres: Der Mitbegründer des mittlerweile siechen sozialen Netzwerkes StudiVZ, Ehssan Dariani, hat ein Kopfgeld gegen die Internet-Investoren Alexander, Marc und Oliver Samwer (Rocket Internet), Team Europe und Holtzbrinck ausgelobt.

Nach einem Bericht des Branchendienstes t3n verspreche Dariani jedem 25.000 Euro und anwaltlichen Beistand, der sich gegen diese Investoren wehre. „Bitte tragt euren Beitrag dazu bei, diese Branche nicht in Korruption, Kriminalität und Berlusconismus versinken zu lassen“, schrieb er in einem kuriosen Kommentar auf der Website des Branchendienstes Deutsche Startups. „Deutschland und die Welt haben genug Berlusconis, Assads und Ghaddafis… und andere vermeintlich für ihren ,Erfolg zu respektierende Männer’.“

Auslöser des Eklats sind die Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen das Lieferdienstportal Lieferheld.de (siehe rechts), das von Team Europe und Holtzbrinck mitfinanziert wird. Allerdings liegt Dariani seit Jahren im Streit mit allen drei Investoren. Dariani gehörte zu den Gründern von StudiVZ. Lukas Gadowski von Team Europe und die Samwer-Brüder waren die Investoren. Gemeinsam verkauften sie das soziale Netzwerk im Januar 2007 an Holtzbrinck. Der kolportierte Kaufpreis von über 80 Millionen Euro wurde nie bestätigt. Dariani sah sich nach dem Verkauf übervorteilt, er habe nur einen Teil der ihm zustehenden Summe erhalten. Holtzbrinck hat das längst notleidende Netzwerk im Herbst an einen Finanzinvestor weitergereicht.

In den mittlerweile teils gelöschten Kommentaren auf Deutsche Startups erhob Dariani schwere Vorwürfe gegen die Investoren und lobte das Kopfgeld aus. „Wann sehen wir endlich Samwer im Knast? Wann Holtzbrinck?“, schrieb er. Gadkowski wehrt sich mittlerweile juristisch gegen Dariani. Öffentliche Stellungnahmen zu dem Thema lehnt er ab. Rocket Internet war nicht zu erreichen.