Bloomberg Billionaires Index

Ein Traumjahr für die Milliardäre der Welt

Die 100 Reichsten besitzen 1,9 Billionen Dollar. Aldi- und Lidl-Eigner sind wohlhabendste Deutsche

Die Superreichen können zufrieden auf das Jahr 2012 blicken. Denn die meisten Wohlhabenden vermehrten ihr Vermögen weiter, wie aus dem Bloomberg Billionaires Index hervorgeht, einer Rangliste der 100 reichsten Menschen, die auf Börsenkursen und Wirtschaftsdaten basiert. Insgesamt stieg das Vermögen dieser Top 100 um 241 Milliarden Dollar, am 31. Dezember verfügten sie über insgesamt 1,9 Billionen Dollar. Nur 16 der Schwerreichen mussten ein Minus hinnehmen. Größter Gewinner war Amancio Ortega, der Gründer der spanischen Textilkette Inditex (u. a. Zara). Sein Vermögen nahm um 22,2 Milliarden Dollar auf 57,5 Milliarden Dollar zu.

Telekommagnat Carlos Slim, der unter anderem den mexikanischen Telekomkonzern America Movil kontrolliert, blieb über den Verlauf des ganzen Jahres unangefochten der reichste Mensch der Welt. Der 72-Jährige vergrößerte sein Vermögen um 13,4 Milliarden Dollar oder 21,6 Prozent. Dabei konnten die Gewinne aus seinen Industrie- und Finanzunternehmen die Verluste bei America Movil mehr als ausgleichen. Der Aktienkurs des bei der Kundenzahl größten Mobilfunkbetreibers in Amerika sank um 5,8 Prozent.

Softwaremogul Bill Gates bleibt hinter Slim der zweitreichste Mensch der Welt mit einem Abstand von 12,5 Milliarden Dollar. Der mittlerweile 82 Jahre alte Warren Buffett musste seinen Titel als drittreichster Mann an Inditex-Gründer Ortega abgegeben. Buffett, Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway, machte im Jahresverlauf ein Plus von 5,1 Milliarden Dollar, obwohl er im Juli 22,3 Millionen Aktien gespendet hatte. Fünftreichster Milliardär ist laut der Bloomberg-Liste der Ikea-Gründer Ingvar Kamprad mit einem Vermögen von 42,9 Milliarden Dollar. Im Jahre 2012 wuchs sein Vermögen um 16,6 Milliarden Dollar.

Unter den zehn reichsten Menschen finden sich auch die in Deutschland kaum bekannten Charles Koch und David Koch, die Besitzer des Mischkonzerns Koch Industries. Neben Oracle-Gründer Larry Elison sind unter den ersten zehn auch Christy Walton – die reichste Frau der Welt – und Jim Walton aus der Dynastie um die US-Supermarkt-Kette Wal-Mart.

Deutsche unter den Superreichen sind überwiegend die Menschen hinter Aldi und Lidl, darunter Aldi-Süd-Gründer Karl Albrecht, Lidl-Magnat Dieter Schwarz oder der Erbe von Aldi-Nord-Gründer Theo Albrecht, Theo Albrecht junior. Sie mussten allerdings allesamt leichte Einbußen hinnehmen. Deutliche Vermögenszuwächse verbuchten dagegen Michael Otto, Chef des Otto-Konzerns, und die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten. Zu den Verlierern zählt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, dessen Vermögen im Zuge des Börsengangs um 39 Prozent sank. Ein Minus musste auch der Brasilianer Eike Batista hinnehmen. Er büßte 10,1 Milliarden Dollar ein. Der Gründer des Mischkonzerns EBX fiel mit 12,4 Milliarden Dollar auf Platz 75. Neu im Klub ist auch Hamdi Ulukaya, der 40-jährige Inhaber der erfolgreichsten US-Joghurtmarke Chobani. Ebenfalls neu sind Nathan Kirsh aus Südafrika und Elaine Marshall, die mit 14,6 Prozent an Koch Industries die viertreichste Frau in den USA ist. Vermögen: 14,1 Milliarden Dollar.