Unternehmen

Google kommt bei US-Kartellverfahren glimpflich davon

Internetkonzern muss Zugeständnisse machen

Der Internetkonzern Google kann im Internet weiterhin fast ungehindert seinen lukrativen Geschäften nachgehen. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat am Donnerstag ein viel beachtetes Kartellverfahren eingestellt. Zwar machte Google einzelne Zugeständnisse. Doch den schwerwiegendsten Vorwurf, Google habe andere Websites bei der Internetsuche zugunsten eigener Dienste benachteiligt, ließ die FTC fallen.

Die „New York Times“ sprach von einem „großen Sieg“ des Suchmaschinenprimus. Eine Wettbewerbsklage mit möglichen massiven Auflagen war der Albtraum von Google. Denn dies hätte die Vormachtstellung im Geschäft mit Anzeigen rund um Suchmaschinenergebnisse gefährden können. Google fährt hier den Großteil seiner Gewinne ein. Zu den Rivalen zählt Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing. Veränderungen bei der Internetsuche, auch wenn sie einzelne Konkurrenten benachteiligt haben sollten, seien mit der Verbesserung des Produkts gerechtfertigt, erklärte die FTC. Google-Chefjustiziar David Drummond schrieb im Firmenblog, die Einstellung des Wettbewerbsverfahrens lasse nur einen Schluss zu: „Googles Dienste sind gut für die Nutzer und gut für den Wettbewerb.“

Das Kartellverfahren hing als Damoklesschwert fast zwei Jahre lang über Google. Jedoch hatte sich bereits in den vergangenen Wochen abgezeichnet, dass Google mit einem blauen Auge davonkommen würde. Der Internetkonzern willigte etwa ein, Werbetreibenden mehr Freiheiten bei ihren Online-Kampagnen einzuräumen. Zudem können externe Websites nun bestimmen, ob sie ihre Inhalte wie Restauranttipps in speziellen Google-Diensten wiederfinden wollen oder nur in den klassischen Suchtreffern.

Zugeständnisse des Konzerns

Auch auf einer anderen Baustelle kam Google den Wettbewerbshütern entgegen: Der Konzern wird seinen Konkurrenten den Zugriff auf grundlegende Smartphone- und Tablet-Technologien seiner Tochter Motorola gewähren. „Die von Google gemachten Zugeständnisse stellen sicher, dass Konsumenten weiterhin die Vorteile eines Wettbewerbs im Online- und Mobilfunkmarkt genießen können“, erklärte FTC-Chef Jon Leibowitz in Washington.

Derweil wurde bekannt, dass Google-Chef Eric Schmidt demnächst nach Nordkorea reisen wird. Die Behörden seien informiert worden, dass Schmidt einen „privaten Besuch“ in Nordkorea plane, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums am Donnerstag. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, Schmidt wolle nach Nordkorea reisen, um eine humanitäre Mission des früheren Gouverneurs von New Mexico, Bill Richardson, zu unterstützen. Das US-Außenministerium kritisierte Schmidts geplante Reise als „nicht konstruktiv“.