Konjunktur

Euro-Krise drückt bei Unternehmen auf die Stimmung

Die anhaltende Diskussion über die verschärfte Wirtschaftskrise schlägt zwar auf das Gemüt der deutschen Topmanager – doch den Unternehmen geht es nach wie vor hervorragend.

Der Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zufolge gibt die Hälfte der großen Wirtschaftsverbände an, die Stimmung sei derzeit schlechter als im vergangenen Jahr. Trotzdem aber erwarten nur elf von 46 Verbänden, dass sich ihr Geschäft 2013 auch tatsächlich verschlechtern wird.

Das Umfrageergebnis zeugt von einer großen Kluft zwischen der wahrgenommenen Wirtschaftslage und der Realität. Während einige Politiker und Volkswirte unter dem Eindruck der Euro-Krise über Krisenszenarien diskutierten, entwickelte sich die deutsche Wirtschaft im ablaufenden Jahr unterm Strich doch überraschend gut. Der deutsche Maschinenbau etwa fuhr Rekorderlöse ein. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gewann im Jahresverlauf 2012 mehr als ein Viertel an Wert.

Trotzdem sind die Firmen wegen der Diskussion über eine Abschwächung der Weltkonjunktur, die Euro-Krise und die Kosten der Energiewende enorm verunsichert. „Wir sind zum Teil panisch geworden“, sagt Bernd Brunke, Partner der Unternehmensberatung Roland Berger. „Sobald sich das Wachstumstempo ein wenig verlangsamt, gilt das ja schon als Horrorszenario.“ Derzeit werde die Wirtschaftslage zu schwarz gemalt.

20 der befragten 46 Verbände erwarten für 2013 eine leichte Verbesserung bei Produktion, Umsatz und Ergebnis, 15 gehen von gleichbleibend guten Geschäften aus. Hoffnungsvoll sehen die Vorzeigebranchen Maschinenbau und Chemieindustrie ins neue Jahr. Verhalten optimistisch zeigte sich auch die Autoindustrie, die einen gleichbleibenden Umsatz erwartet. Generell zeigt sich auch ein positives Bild bei den Investitionen. Neun Branchen erwarten steigende Investitionen, 28 Branchen möchten die Investitionen zumindest auf dem Niveau des Vorjahres halten.