Rettungspaket

Zypern bekommt frühestens im Januar Hilfe der EU

Bei der Rettung des angeschlagenen Euro-Staats Zypern zeichnet sich keine einfache Lösung ab.

Der scheidende Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker und Zyperns Präsident Dimitris Christofias lehnten einen Schuldenschnitt für das Land ab, während die Bundesregierung keine Position beziehen wollte. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ will sich der Internationale Währungsfonds (IWF) nur an einem Rettungspaket für den hoch verschuldeten Inselstaat beteiligen, wenn wie im Fall Griechenland ein Schuldenschnitt für private Investoren durchgeführt wird.

Zypern hatte im Sommer einen Hilfsantrag gestellt und will unter den Rettungsschirm der Euro-Partner schlüpfen. Der Bedarf soll bei 17,5 Milliarden Euro liegen, was in etwa der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Ein Großteil der Hilfen soll den Banken zugutekommen, die in den Sog der Griechenland-Krise geraten sind. Seit dem Antrag wird der wahre Finanzbedarf ermittelt, Ergebnisse dürften aber nicht vor Mitte Januar vorliegen.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) senkte die Kreditwürdigkeit Zyperns erneut um zwei Stufen, von „B“ auf „CCC+“. S&P bemängelte auch die „aus unserer Sicht zögerlichen Einstellung der Partner in der Euro-Zone“.

Die Bundesregierung hielt sich bedeckt. Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, die Beratungen der Finanzminister würden im Januar vorangetrieben: „Da wird man alle Möglichkeiten ins Auge fassen müssen.“ Der IWF hatte offiziell einen Kommentar zu seiner angeblichen Forderung nach einem Schuldenschnitt abgelehnt.

Eine Besonderheit ist die Verflechtung Zyperns mit Russland, die die Zustimmung für ein Hilfsprogramm auch in der Berliner Regierungskoalition erschweren könnte. Wohlhabende Russen sollen hohe Beträge auf Konten zyprischer Banken geparkt haben. Moskau hatte Nikosia bereits einen Milliardenkredit gewährt.