Boote

Hapag-Lloyd und Hamburg-Süd steuern gemeinsamen Kurs

In der deutschen Schifffahrtsbranche wird über eine Mega-Fusion nachgedacht: Die Hamburger Traditionsreedereien Hapag Lloyd und Hamburg Süd wollen sich zusammenschließen.

Dadurch würde gemessen an der Kapazität die viertgrößte Containerschiff-Reederei der Welt entstehen, wie ein Hapag-Lloyd-Sprecher sagte. Einzelheiten oder konkrete Gründe für die Gespräche nannten die beiden Firmen nicht. Die Reedereien weltweit steuern vor allem wegen Überkapazitäten durch eine wirtschaftlich sehr schwierige Phase.

Die etwa 150 Schiffe von Hapag-Lloyd können nach Angaben des Sprechers etwa 690.000 sogenannte 20-Fuß-Standardcontainer transportieren, was das Unternehmen zur sechstgrößten Reederei der Welt macht. Hamburg Süd liegt mit 107 Containerschiffen und einer Kapazität von 395.000 Standardcontainern auf Rang zwölf. Zusammen würde die Flotte der Hamburger Flotte nur von den Reederei-Riesen Maersk (Dänemark), MSC (Schweiz) und CMA CMG (Frankreich) übertroffen.

Hapag-Lloyd gehört mehrheitlich einem Hamburger Konsortium, an dem die Stadt Hamburg beteiligt ist. Diese hält als größter Einzelaktionär etwa 37 Prozent der Anteile. Weitere Aktionäre sind der Logistikkonzern Kühne + Nagel, Banken, Versicherungen sowie – außerhalb des Konsortiums – der Touristikkonzern TUI. Hamburg Süd gehört zum Firmen-Konglomerat der familiengeführten Oetker-Gruppe, die vor allem im Lebensmittel-, Bierbrauerei- (unter anderem Berliner Pilsner) und Spirituosenbereich (Henkell) aktiv ist.

Die Schifffahrtsbranche befindet sich derzeit in einer Krise. Überkapazität in Verbindung mit dem Rückgang des Welthandels durch die jüngsten Wirtschaftskrisen führen dazu, dass die Frachtraten die Kosten der Reedereien kaum oder gar nicht mehr decken. In der Branche ist deshalb der Druck hoch, zusammenzugehen und so Kosten zu sparen.