Ernährung

Kinder werden schlanker, Senioren werden dicker

Ernährungsbericht sieht Trend zu mehr Gemüse

Pünktlich zu Weihnachten wartet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit Nachrichten auf, die manchem den Spaß an der Weihnachtsgans verderben könnten: Wie der neue Ernährungsbericht zeigt, ist die Mehrzahl der Deutschen zu dick – und je älter sie werden, desto dicker werden sie. 60 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen haben Übergewicht, bei Senioren zwischen 70 und 74 Jahren sind es sogar 74 und 63 Prozent. Im letzten Jahrzehnt ist die Fettleibigkeit ein immer größeres Problem geworden, das weltweit zunehmend mehr Menschen betrifft. Einer Studie zufolge gingen 2010 weltweit drei Millionen Todesfälle allein auf Übergewicht zurück.

Hoffnungsfroh stimmt, dass bei Kindern und Jugendlichen Übergewicht seltener wird. Demnach ging in den vergangenen Jahren die Zahl der übergewichtigen Kinder um drei Prozent, die der fettsüchtigen um 1,8 Prozent zurück. DGE-Präsident Helmut Heseker zufolge besteht die Hoffnung, dass die Aufklärungsprogramme erste Wirkung zeigen. Die Botschaft, dass Gemüse gesund ist, scheint bei den Konsumenten anzukommen. Seit 2000 hat der Durchschnittsdeutsche seinen Verbrauch pro Jahr um 1,1 Kilo gesteigert – auf zuletzt nahezu 90 Kilo. Vor allem Tomaten, Möhren und Gurken sind beliebt, Kohl und Hülsenfrüchte jedoch verloren Fans. Der Obstverbrauch indes brach zwischen 2000 und 2010 um etwa 800 Gramm pro Kopf ein. Da der Nährwert von Gemüse jedoch höher gewertet wird als der von Obst, besteht den Experten zufolge aber nicht unbedingt Anlass zur Sorge.

Fleisch ist mit jährlich rund 90 Kilo Verbrauch pro Kopf noch immer sehr begehrt – das gilt neben dem Zuckerkonsum als eine wichtige Ursache für Fettleibigkeit. Vor allem Männer konsumieren deutlich mehr als die von der DGE empfohlenen 600 Gramm pro Woche. Präsident Heseker verwies darauf, dass gerade der übermäßige Konsum von rotem Fleisch, also Schwein, Rind und Lamm, das Darmkrebsrisiko immens erhöhe – anders als das weiße Geflügelfleisch. Dieses erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Seit 1990 ist der Verbrauch von zwölf auf 19 Kilo pro Kopf und Jahr gestiegen.

Der Fokus des Berichts liegt auf der Ernährung der alten Menschen – und vor allem auf der Institution „Essen auf Rädern“. Zwei Drittel der Kunden sind demnach sehr zufrieden. Bei jedem vierten Anbieter könne aber nicht gesagt werden, ob die Warmhaltezeit von maximal drei Stunden nicht überschritten wird.