Verkehr

Post und ADAC starten Fernbusgeschäft

Der ADAC und die Deutsche Post wollen eine Fernbus-Gesellschaft gründen und damit der Deutschen Bahn und den Fluggesellschaften im Inland scharfe Konkurrenz machen.

Eine neue Gesellschaft, an der der Automobilclub und die Post jeweils die Hälfte der Anteile halten, soll von Anfang 2014 an mit deutschlandweiten Verbindungen an den Start gehen. „Unser Ziel ist ein flächendeckendes Fernbusnetz in Deutschland, das alle größeren Städte anbindet“, hieß es beim ADAC. „Wir wollen die Chancen der Liberalisierung des Fernbus-Marktes nutzen und attraktive Alternativen zu Bahn und Flugzeug bieten.“

Im Wettbewerb der Verkehrsträger werde „auch der Preis ausschlaggebend“ sein, sagte ein Sprecher des ADAC. Einzelheiten zu Verbindungen und Takten würden derzeit ausgearbeitet. Nach Informationen der Berliner Morgenpost sollen mittelfristig nahezu alle Städte über 150.000 Einwohner an das neue „gelbe Netz“ angebunden werden, es könnte letztlich 50 Städte umfassen. Fahrkarten und Service soll es unter anderem in den Filialen von Post und ADAC geben.

Wo die neue Gesellschaft von ADAC und Post ihren Sitz haben wird, ist noch nicht klar, genauso wenig wie die Marke, unter der die Busse fahren werden. „Gehen Sie davon aus, dass auch diese Busse gelb sein werden und den Schriftzug der Post und des ADAC gut sichtbar tragen“, sagte ein Projektbeteiligter der Berliner Morgenpost. Rund 200 bis 500 Busse sollen angeschafft werden, die Unternehmen investieren einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Der Anstoß für das Projekt kam von der Deutschen Post. Sie hatte, damals noch als Staatsunternehmen, bis Mitte der 80er-Jahre gelbe Busse unter dem Namen Kraftpost im Nahverkehr betrieben. 1974 war mit 435 Millionen Fahrgästen die höchste Beförderungszahl in den 80 Jahren des Bestehens der Postbusgesellschaft erreicht. Nach und nach übergab die Post dann die Busse an das Staatsunternehmen Deutsche Bahn, das den Nahverkehr besser organisieren sollte, den letzten 1985. Postbusse gibt es bis heute in Österreich und in der Schweiz.

Mit Wirkung zum 1.Januar 2013 hat die Bundesregierung vor zwei Monaten beschlossen, den deutschen Fernbusmarkt zu liberalisieren. Private Anbieter dürfen künftig im gesamten Bundesgebiet Linienverbindungen zwischen Städten anbieten. Bislang durften Fernbusse nur auf Strecken eingesetzt werden, die nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar waren. Die Beschränkung stammt aus den 30er-Jahren, sie sollte die Bahn vor Konkurrenz schützen. Ausnahmen gab es nach dem Zweiten Weltkrieg für Strecken von und nach West-Berlin.