Entscheidung offen

Steuer auf Privatnutzung eines Dienstwagens bleibt hoch

Angestellte, die ihren Dienstwagen auch privat nutzen, können nicht mit einer Verringerung ihrer Steuerlast für diesen finanziellen Vorteil rechnen.

Der Bundesfinanzhof in München ließ am Donnerstag keine Zweifel an der geltenden Besteuerung erkennen. Der Bund der Steuerzahler hatte das Verfahren angestoßen, weil er die Besteuerung von privat genutzten Dienstwagen für zu hoch hält. Eine endgültige Entscheidung wird erst im kommenden Jahr erwartet.

In Deutschland werden nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie rund zwei Millionen Firmenwagen auch privat genutzt. Bislang können die Nutzer dieser Dienstautos den geldwerten Vorteil entweder anhand eines Fahrtenbuchs versteuern oder pauschal mit einem Prozent des Listenpreises pro Monat. Für einen Wagen mit einem Neupreis von 30.000 Euro müssen sie somit 300 Euro pro Monat versteuern. Diese pauschale Regelung ist aus Sicht des Klägers aber nicht mehr zeitgemäß, weil beim Autokauf kaum noch Listenpreise gezahlt würden. „Die Hersteller überschlagen sich mit Preisnachlässen“, argumentierte Rechtsanwalt Ralf Thesing. Zumindest müsse ein Abschlag von 0,2 Prozent auf die Pauschale gewährt werden, um sie an die aktuelle Zeit anzupassen. Kläger in dem Musterverfahren ist ein Arbeitnehmer, der ein gebrauchtes Auto im Wert von 32.000 Euro als Dienstwagen fuhr. Weil er den Wagen auch privat nutzte, setzte das Finanzamt für die Ermittlung des geldwerten Vorteils den Listenpreis von 81.400 Euro an. So musste er monatlich 814 Euro versteuern.

Die Senatsvorsitzende Karin Heger wies die Kritik zurück. Angesichts der Kosten für den Unterhalt eines Autos – von der Werkstatt über den Reifenwechsel bis hin zum Benzin – seien Belastungen von mehreren hundert Euro realistisch. Außerdem habe jeder die Möglichkeit, sich der Ein-Prozent-Pauschale zu entziehen, indem er anhand eines Fahrtenbuchs nachweist, wie hoch der private Anteil an der Autonutzung sei.