E-Commerce

Unister stellt Verkauf umstrittener Produkte bis auf weiteres ein

Nach der Festnahme zweier Topmanager wegen verdachts illegaler Versicherungsgeschäfte und Steuerhinterziehung hat die Internetfirma Unister den Verkauf von umstrittenen Produkten vorerst eingestellt.

Das gelte solange, bis es eine Gerichtsentscheidung gebe, meldete das Unternehmen. Unister soll auf seinen Reiseportalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de einen Stornoschutz angeboten haben, der einer Versicherung gleichkommt. Eine Genehmigung hatte Unister dafür aber nicht. Das Unternehmen kündigte an, nun zunächst „klassische Versicherungsprodukte unserer Versicherungspartner“ anzubieten.

Die beiden verhafteten Manager schweigen derweil zu den Vorwürfen. Beim Ermittlungsrichter hätten die Männer keine Angaben gemacht, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, Wolfgang Klein. Haftbeschwerde der Anwälte sei bislang noch nicht eingegangen. Klein fügte hinzu, es bestehe Flucht- und Verdunklungsgefahr.

Rund 130 Polizisten und Steuerfahnder hatten am Dienstag bundesweit 20 Unister-Büros und Wohnungen durchsucht und Akten sowie Computer in erheblichem Umfang beschlagnahmt. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen insgesamt acht Führungskräfte des Unternehmens. Mit dem Stornoschutz muss Unister Millionen umgesetzt haben, denn die Generalstaatsanwaltschaft beziffert allein den entstandenen Steuerschaden auf eine Million Euro.