Sparprogramm

Siemens spart vor allem in der Energiesparte

Konzern will Kosten senken und billiger einkaufen

Ungeachtet der Schwierigkeiten bei der Energiewende erwartet der Münchner Industriekonzern Siemens eine deutliche Ergebnisverbesserung in seinem Geschäft mit Kraftwerken, Stromleitungen und Windrädern. Siemens-Vorstand Michael Süß, der für den Sektor Energy zuständig ist, sagte, das Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz solle von 7,8 auf zwölf Prozent steigen. Er wählte für seine Präsentation Charlotte in den USA. Dort im Bundesstaat North Carolina steht das Siemens-Schwesterwerk der Berliner Gasturbinen-Fabrik. Siemens setzt auf die steigende Nachfrage nach Gaskraftwerken in den USA. Allerdings ist die Energiesparte eine Baustelle.

Denn das Geschäft spielt auch eine Schlüsselrolle beim Sparprogramm „Siemens 2014“. Demnach soll Energy in diesem und im kommenden Geschäftsjahr 3,2 des vorgesehenen Sparvolumens von sechs Milliarden Euro beisteuern. Der Einkauf soll günstiger werden, die Kosten in der Fertigung sinken, Projekte besser abgewickelt werden. „Siemens 2014“ ist der Rettungsanker für Konzernchef Peter Löscher. Der musste im Geschäftsjahr 2011/2012 (30. September) erkennen, dass sich die wichtigsten Konkurrenten wie GE und Alstom besser entwickelt haben. Siemens wies noch einen Gewinn von 5,2Milliarden Euro aus, angepeilt waren allerdings sechs Milliarden Euro. Um das Unternehmen mit seinen 370.000 Mitarbeitern wieder auf Erfolgskurs zu bringen, muss das Sparprogramm greifen.

In die Kritik geriet auch die Energiesparte. Siemens hatte Probleme bei der Anbindung von Windparks in der Nordsee ans Stromnetz. Schlecht ausgehandelte Verträge sowie technische Probleme machten Abschreibungen von mehr als 500 Millionen Euro nötig. Zu einem teuren Vergnügen wurde auch das Geschäft mit der Solarenergie. 2009 erwarb Siemens den israelischen Solarthermie-Spezialisten Solel, 2012 verkündete der Konzern den Ausstieg aus diesem Geschäftsfeld. Der Ausflug in die Solarbranche kostete einen dreistelligen Millionenbetrag.

Süß sagte nun, man wolle sich auf das Kerngeschäft konzentrieren und die Markt- und Technologieführerschaft ausbauen. Tatsächlich sind die Münchner die Nummer eins als Anbieter von Windparks auf hoher See sowie bei Gasturbinen für Kraftwerke. Im Energiegeschäft arbeiten 86.000 Beschäftigte. Siemens setzte im Geschäftsjahr 2011/2012 rund 78 Milliarden Euro um. Von den vier Sektoren Energie, Industrie, Gesundheit und Infrastruktur & Städte hat Energie einen Anteil von mehr als ein Drittel.