Geld

Zweite Chance zum Sparen bei der Kfz-Versicherung

Millionen Autofahrer sollten sich die zweite Sparchance bei der Autoversicherung trotz des Adventstrubels nicht entgehen lassen.

Wer jüngst eine Beitragserhöhung bekam, den Wechselstichtag am 30. November aber verpasste, kann sich jetzt immer noch eine billigere Police suchen, wie Jochen Oesterle vom Automobilklub ADAC erläutert. Wird die Prämie 2013 teurer, kann der Kunde meist bis nach Weihnachten noch aus seinem Vertrag raus und bestenfalls viele Hundert Euro sparen.

Weil viele Kfz-Versicherungen die Preiserhöhungen erst ganz knapp vor dem Wechselstichtag verschickten oder gar danach, schafften es nicht alle Auto-Halter noch im November, sich um eine günstigere Police zu kümmern, wie Oesterle berichtet. Doch das macht nichts. Was nur wenige Versicherte wissen: Nach Erhalt der Prämienerhöhung haben sie noch einen Monat Zeit zur außerordentlichen Kündigung. Dieses Recht steht jedem Autohalter zu, dessen Kfz-Police sich zum 1.Januar 2013 verteuert, ohne dass ein Schaden die Ursache dafür ist.

Ein Beispiel: Hatte ein Kunde am 29.November die Preiserhöhung im Briefkasten, bleibt ihm noch bis nach Weihnachten Zeit, sich eine billigere, leistungsstarke Alternative zu suchen. Die Kündigung muss dann am 29. Dezember beim Versicherer sein. Sonst verlängert sich der alte Vertrag automatisch weiter.

Wer Post vom Versicherer bekommen hat, sich aber an keine Prämienanhebung erinnern kann, sollte den Brief trotzdem noch einmal genau anschauen, rät Oesterle. Häufig falle die Preiserhöhung gar nicht ins Auge, weil der vermeintlich Jahresbeitrag gleich hoch bleibt. Die Verteuerung kann durch eine bessere Einstufung bei den Schadenfreiheits- oder Typ- und Regionalklassen überlagert sein. Der Kunde ist im Glauben, alles sei beim Alten geblieben. Dabei will der Versicherer unterm Strich doch mehr Geld.

Wer seine zweite Chance nutzen will, sollte den alten Vertrag immer erst dann lösen, wenn der neue schon unter Dach und Fach ist, rät Oesterle. Anbieter müssen bei der Haftpflichtversicherung zwar jeden Interessenten akzeptieren. Bei der Teil- und Vollkasko sind Versicherer aber frei in der Entscheidung, wen sie als Kunden annehmen und wen nicht. Ist das Ja des neuen Anbieters da, kann die Sonderkündigung losgeschickt werden.

Wichtig ist, dass der Kunde in seinem Kündigungsschreiben ganz klar darauf hinweist, dass er den Vertrag wegen der Beitragserhöhung beenden will. Tut er das nicht, kann die Assekuranz den Ausstieg ablehnen. Die Kündigung sollte per Einschreiben mit Rückschein abgeschickt werden. Auch ein Fax auf den allerletzten Drücker zu senden ist möglich, aber nur mit Sendenachweis.