Vertragsbruch

Yahoo droht Milliarden-Zahlung in Mexiko

Schock für Yahoo: Ein Gericht in Mexiko verurteilte den Internet-Konzern zu einer Zahlung von 2,7 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro).

Es sei noch keine endgültige Entscheidung und Yahoo werde entschieden dagegen ankämpfen, meldete der Konzern. Der knappen Yahoo-Mitteilung zufolge geht es um einen Gelbe-Seiten-Service, bei dem die Firmen Worldwide Directories und Ideas Interactivas den Amerikanern und ihrer mexikanischen Tochtergesellschaft Vertragsbruch vorwerfen und Anspruch auf entgangene Gewinne erheben. Yahoo hält die Vorwürfe für unbegründet.

Die Summe wäre eine gewaltige Belastung für den Konzern. Zuletzt hatte das Unternehmen dank des Verkauf eines Anteils an der chinesischen Handelsplattform Alibaba immerhin 8,4 Milliarden Dollar schnell greifbar – vor einem Jahr wäre nicht einmal genug Geld in der Kasse gewesen. Yahoo setzt pro Quartal rund 1,2 Milliarden Dollar um. Das ganze Unternehmen war an der Börse zuletzt 22,2 Milliarden Dollar wert.

Die Zahlung wäre auch ein schwerer Rückschlag für die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die gerade versucht, das Geschäft des Internet-Urgesteins wieder in Schwung zu bringen. Yahoo kämpft seit Jahren gegen eine Schwäche bei Online-Werbung. Mehrere Chefs konnten das Steuer nicht herumreißen. Die 37-jährige Mayer, die von Konkurrent Google kam und im Oktober ihr erstes Kind bekam, räumt derzeit mit Altlasten auf und stellte ein neues Management-Team zusammen, um die Werbeerlöse zu steigern.