Razzia

Steuerfahnder durchsuchen HypoVereinsbank

Staatsanwalt spricht von 113 Millionen Euro Schaden

Razzia bei der HypoVereinsbank: Wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung bei Aktienhandelsgeschäften haben mehr als 60 Staatsanwälte, Polizisten und Steuerfahnder Büros der Bank durchsucht. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht es um eine Schadenshöhe von rund 113 Millionen Euro, wie der Leitende Oberstaatsanwalt der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Günter Wittig, sagte. Die Ermittlungen richteten sich gegen acht Beschuldigte.

Die HypoVereinsbank sicherte ihre Unterstützung zu. „Die HypoVereinsbank ist an einer umfassenden Klärung des Sachverhalts interessiert“, sagte eine Sprecherin der Münchener Bank. Die Bank habe die Vorgänge nach ersten Hinweisen 2011 eingehend mit Unterstützung externer Anwälte und Spezialisten prüfen lassen und kooperiere mit den Behörden. Die HypoVereinsbank gehört zur italienischen Großbank UniCredit und ist eine der größten Banken in Deutschland.

Bereits am Mittwochvormittag waren die Fahnder bundesweit in 13 Gebäuden und Büros angerückt, darunter auch in der Zentrale der HypoVereinsbank in München. Bei der Durchsuchung stellten die Ermittler umfangreiches Material sicher, das nun ausgewertet wird.

Nach Angaben der Bank geht es bei den Ermittlungen um Aktiengeschäfte in den Jahren 2006 bis 2008 in zeitlicher Nähe zum Zeitpunkt der Dividendenzahlungen. „Hieraus resultierende Gutschriften der Kapitalertragsteuern werden durch das Finanzamt beanstandet.“ Einzelheiten könne die Bank im Hinblick auf das laufende Verfahren nicht nennen.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ gehen die Behörden dem Verdacht nach, die Bank sowie ein Börsenhändler könnten sich auf Kosten des Fiskus den erzielten Profit bei den Aktienhandelsgeschäften geteilt haben. 65 Prozent für die Bank, 35 Prozent für den Händler, sei das Schema gewesen. Die Ermittlungen richteten sich aber nicht gegen Vorstandsmitglieder, sondern gegen Mitarbeiter deutlich unterhalb der Führungsebene.