Arbeitsmarkt

Berlin trotzt dem Bundestrend

Zahl der Arbeitslosen auch im Vergleich zum Vorjahr gesunken

Der Arbeitsmarkt kann sich der Konjunkturflaute kaum noch entziehen. Von Oktober auf November sank die Zahl der Arbeitslosen nur um 2000 auf 2,751 Millionen. Damit fiel die Herbstbelebung deutlich schwächer als sonst üblich aus, zum November vorigen Jahres gab es sogar einen Anstieg um 38.000, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg meldete. Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise rechnet im Januar wieder mit drei Millionen Arbeitslosen und 2013 mit weit mehr Kurzarbeit. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte: „Wir sind hoch wachsam, aber es gibt keinen Grund für hektische Reaktionen.“

Der Arbeitsmarkt hinkt der Konjunktur gewöhnlich rund ein halbes Jahr hinterher. Die Wirtschaft verliert seit Jahresanfang zunehmend an Fahrt und dürfte Ökonomen zufolge in diesem Quartal nur noch stagnieren. Wegen sinkender Investitionen halten sich immer mehr Firmenchefs mit Neueinstellungen zurück.

Auch in Berlin ist die Zahl der Arbeitslosen leicht zurückgegangen. 201.325 Menschen waren arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit berichtete. Damit gibt es 4202 Arbeitslose weniger als im Oktober und – gegen den Bundestrend – 9528 weniger als noch vor einem Jahr. Der Chef der regionalen Arbeitsagentur, Dieter Wagon, zeigte sich erfreut über den Rückgang: „Die wirtschaftliche Entwicklung in Berlin ist weiterhin gut.“

Mit einer Arbeitslosenquote von 11,4 Prozent bleibt Berlin zwar weiterhin Schlusslicht im Ländervergleich, der Rückstand zum Land Mecklenburg-Vorpommern, das auf dem vorletzten Platz des Vergleichs lag, sank jedoch. Bundesweiter Spitzenreiter bleibt Bayern mit einer Quote von 3,4 Prozent. Im September 2012 gingen in Berlin 1.212.500 Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. Das waren 12.800 mehr als im Vormonat und 34.000 mehr als im September 2011. Neuere Zahlen zur Beschäftigung lagen noch nicht vor.

In Brandenburg ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Oktober dagegen gestiegen. Landesweit waren im November 125.171 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion meldete. Das waren 414 Arbeitslose mehr als im Oktober, jedoch 5382 weniger als vor einem Jahr. „Die Arbeitskräftenachfrage ist trotz schwächer werdender Konjunktur weiterhin stabil“, sagte Wagon. Im Vergleich zum Vorjahr wachse die Zahl der Beschäftigten „mit gebremster Dynamik“. Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit sei in Brandenburg eine saisonübliche Entwicklung. Anders als in den Vormonaten ging die Arbeitslosenquote damit nicht mehr zurück. Sie lag bei 9,3 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer liegt Brandenburg auf Platz 12.