Schuldenlast

„Land Fleesensee“ soll bis Ende 2013 verkauft werden

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Ferienresort vergangenes Jahr mit 273.000 Übernachtungen

Die 1800 Gesellschafter der Ferienanlage „Land Fleesensee“ im mecklenburgischen Göhren-Lebbin haben den Weg zum Verkauf frei gemacht. Sie beschlossen jetzt auf einer Gesellschafterversammlung, Nordeuropas größtes Ferien- und Golfresort mit drei Hotels und fünf Golfplätzen bis Ende 2013 zu verkaufen. Den Immobilienfonds belasten hohe Schulden aus einem Kredit in Schweizer Franken über 52 Millionen Euro. Die Fondszeichner verlieren eventuell ihre Einlage, können aber die Ausschüttungen und Steuergutschriften behalten.

Die drei Hotels, fünf Golfplätze und der Spa-Bereich seien aber gut ausgelastet, erklärte Geschäftsführer Detlev U. Fricke. Wenn die Anlage mit 1900 Betten verkauft werde, könne die finanzielle Schieflage behoben und den 500 Beschäftigten eine Perspektive geboten werden.

Die Ferienanlage, die 2000 im Kreis Mecklenburgische Seenplatte zwischen Hamburg und Berlin eröffnet wurde, zählte im vergangenen Jahr rund 273.000 Übernachtungen. In diesem Jahr liegt die Auslastung nach Angaben der Geschäftsleitung mit rund 60 Prozent bisher leicht über dem Vorjahr. Die Finanzlage der Fondsgesellschaft ist trotzdem angespannt, da sie 1999 den Kredit in Schweizer Franken aufgenommen hatte. Trotz einer Tilgung von 16 Millionen Euro ist dieses Darlehen aufgrund des Kursverlustes vom Euro zum Franken nach Angaben der Fondsgesellschaft nahezu wieder so hoch wie bei der Kreditaufnahme und überfordert die Leistungskraft der Gesellschaft.

Posivite Prognose für 2013

„Der angestrebte Verkauf der Betriebsgesellschaften und die gleichzeitige Ablösung des Darlehens in Schweizer Franken behebt die Probleme der Eigentümergesellschaft. Mit einer neuen Kapitalstruktur und einem Investor, der weiter in das Land Fleesensee investiert, das Ferien- und Golfresort weiterentwickelt und beispielsweise den seit langem geplanten Aufbau einer privaten Klinik umsetzen könnte, dürfte sich die Attraktivität von Fleesensee weiter erhöhen“, sagt Fleesensee-Geschäftsführer Fricke.

Die Banken würden auf einen Teil der Darlehensschuld verzichten und finanzieren das Ferienresort bis Ende des nächsten Jahres weiter. Die Wirtschaftsprüfer haben nach Angaben von Fricke eine positive Fortführungsprognose bis Ende 2013 testiert. Die Zustimmung der Gesellschafter für den Verkauf soll erst im zweiten Anlauf geklappt haben.

Fraglich ist allerdings, ob sich bei der weltweiten Ausschreibung für die Fleessensee-Objekte auch Investoren finden, die eine derart große Anlage übernehmen und finanzieren können. Das zeigt schon das Bieterverfahren für das insolvente Ostsee-Bad Heiligendamm, für das sich nach Auskunft von Brancheninsidern nicht einmal eine Handvoll solventer Investoren gefunden hat. Wie Heiligendamm ist Fleesensee zu groß dimensioniert und zu entlegen, um große Besucherströme aufzunehmen. Im Gegensatz zu Heiligendamm ist allerdings die Auslastung in den vergangenen Jahren wesentlich besser gewesen.

( n.s. )