Börsengang

Siemens will Osram an die Börse bringen – und Stellen streichen

Nachdem Siemens seine Börsenpläne für die Lichttochter Osram lange Zeit auf Eis gelegt hat, treibt der Konzern die Abspaltung nun voran.

Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen am Mittwoch, 80,5 Prozent von Osram, ein altes Berliner Unternehmen, an die Börse zu bringen.

Die Osram-Aktien sollen jedoch nicht wie ursprünglich gedacht über einen öffentlichen Börsengang, sondern über einen Spin-off ausgegeben werden. Dem Plan zufolge werden die Aktionäre des Konzerns für je zehn Siemens-Aktien eine Osram-Aktie erhalten. Die Hauptversammlung am 23. Januar muss dem noch mit mindestens Drei-Viertel-Mehrheit zustimmen. Nach der Abspaltung will Siemens noch 17 Prozent und der Siemens Pension Trust 2,5 Prozent an Osram halten. Unterdessen gibt es Berichte über weitere Stellenkürzungen bei Osram. Laut „Financial Times Deutschland“ sollen Tausende Arbeitsplätze gestrichen und bis zu 500 Millionen Euro eingespart werden. Der bisher noch von Siemens dominierte Osram-Aufsichtsrat soll sich am Donnerstag mit der Situation befassen.

Im Februar hatte das Unternehmen bereits den Abbau von 1.050 Stellen in Deutschland bekannt gegeben. Nun soll auch im Ausland gekürzt werden, wie aus Unternehmenskreisen zu hören war. Wegen des Technologiewandels im Lichtmarkt musste Osram in den vergangenen Jahren zahlreiche Arbeitsplätze streichen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 40.000 Mitarbeiter.

Der Siemens-Aufsichtsrat beschloss außerdem, den Vertrag von Einkaufsvorstand Barbara Kux nicht zu verlängern. Ob die Position nachbesetzt wird, soll später entschieden werden. Kux ist neben Brigitte Ederer die einzige Frau im Siemens-Vorstand und eine der wenigen Top-Vorstände in den DAX-Konzernen. „Ich sehe meinen Auftrag als erfüllt an“, sagte die 58-jährige Schweizerin.

( dapd )