Katastrophen

Klimawandel trifft ärmere Länder am stärksten

Stürme, Überschwemmungen, Hitzewellen: Extreme Wetterbedingungen haben 2011 vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer hart getroffen.

Unter den zehn am schwersten betroffenen Ländern finden sich als einziges Industrieland nur die USA – auf Platz sieben. Mit einer Opferzahl von 844 Toten lagen sie hinter den Philippinen (1659 Tote), Brasilien (1013) und Thailand (892), aber vor Pakistan (585), Kambodscha (247) und El Salvador (35). Deutschland landete wie im Vorjahr auf Platz 46. Experten finden immer klarere Belege dafür, dass bestimmte Wetterextreme Folgen des Klimawandels sind.

Der Klima-Risiko-Index, den Germanwatch am Rande der UN-Klimakonferenz in Doha vorstellte, basiert maßgeblich auf Daten des Rückversicherers Munich Re und bezieht unter anderem die Zahl der Toten pro 100.000 Einwohner sowie den wirtschaftlichen Schaden ein. Wegen einer ungewöhnlichen Häufung sehr schwerer Naturkatastrophen zählte 2011 laut Germanwatch zu den Jahren mit den höchsten Todeszahlen überhaupt. Im Langzeitvergleich für die Zeit von 1992 bis 2011 wurde die Liste von Honduras angeführt, gefolgt von Birma, Nicaragua, Bangladesch und Haiti.

Germanwatch warnte, der vom Menschen verursachte Klimawandel werde extreme Wetterphänomene wie Stürme, Dürren oder heftige Regenfälle verstärken. Die Organisation betonte, wie dringend es sei, den Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken, um den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten. Entwicklungsländer müssten zudem stärker finanziell dabei unterstützt werden, sich auf künftige Katastrophen vorzubereiten.