Ratgeber

Stiftung Warentest bekommt 2013 500.000 Euro mehr

Die Stiftung Warentest erhält im kommenden Jahr 500.000 Euro zusätzlich vom Bund, um das Finanzloch der Verbraucherorganisation zu stopfen. Dies erklärte das Verbraucherschutzministerium gegenüber der Berliner Morgenpost.

Denn die von der Bundesregierung in den 60er-Jahren ins Leben gerufene Stiftung wird 2012 das erste Mal in ihrer Geschichte einen Verlust einfahren. „In unserer aktuellen Planung gehen wir von einem Minus von 1,35 Millionen Euro aus“, sagte der ehemalige Chefredakteur der hauseigenen Zeitschrift „test“ und heutiger Vorstand der Stiftung, Hubertus Primus, Ende Oktober. Die durch Produkttests von Waschmaschinen bis „Riester-Rente“ bekannte unabhängige Stiftung fürchtet daher um ihre Unabhängigkeit. Reichen die Finanzmittel nicht, müsste sie über eine Werbefinanzierung ihrer Titel nachdenken.

Magere Zinsen auf Stiftungskapital

Die Organisation finanziert sich bislang über drei Säulen. Die Erlöse aus den Verkäufen von Zeitschriften und Ratgebern spielen jährlich rund 40 Millionen Euro in die Kassen der Tester. Als zweite Säule dienen die mit dem Stiftungskapital am Markt erwirtschafteten Zinsen. In der andauernden Niedrigzinsphase fallen diese jedoch mager aus. Sie sind die Hauptursache für das erste Minus der Stiftung seit Bestehen.

Die dritte Säule bilden die jährlichen Zuwendungen durch das Verbraucherschutzministerium von 3,5 Millionen Euro. Diese betrugen früher sechs Millionen Euro und wurden im Zuge der Aufstockung des Stiftungskapitals gekürzt. Insgesamt schießt der Bund der Organisation 50 Millionen Euro zu ihrem Kapital hinzu. Die Zinsen sollten die Lücke von 2,5 Millionen Euro schließen.