Lego

„Wir haben einen ganz anderen Rückhalt in den Familien“

Dirk Engehausen ist Europa-Chef bei Lego. Mit ihm sprach Thomas Borchert.

Kündigt Lego Weihnachtsengpässe an, damit die Leute noch schneller in die Geschäfte laufen?

Dirk Engehausen:

Es kann einzelne Linien und Produkte betreffen. Unsere Mädchenlinie Friends ist extrem erfolgreich. Wir haben schon mehr als das Doppelte ausgeliefert, als geplant war, und neue Maschinen dazugekauft. Das geht nur bis zu einem gewissen Punkt, und den haben wir erreicht.

Warum ist Lego auf einem generell stagnierenden Spielzeugmarkt so erfolgreich, gerade in Deutschland?

Wir haben unsere Kernprodukte wie Lego City, Duplo und Technic hervorragend zeitgemäß interpretiert. Davor waren wir vielleicht ein bisschen altmodisch. Außerdem haben wir auch Produktion und Vertrieb sehr gut in den Griff bekommen. Im Kern zählen für Deutschland dieselben Gründe. Außerdem haben wir hier die vierte Generation von Kindern, die mit Lego spielen. Man hat einen ganz anderen Rückhalt in den Familien.

Lego hat einen Vorstand mit 22 Männern und keiner Frau. Wie ist das zu erklären?

Gute Frage. Vor anderthalb Jahren kam der Gedanke, aus einem traditionellen Vorstand mit vier, fünf Mitgliedern etwas Neues zu machen. Dann hat man einfach geguckt, wer ist dafür am besten geeignet. Dass dabei 22 Männer herauskamen, wirkt nach außen ausgesprochen doof. Müssen wir gar nicht schönreden.