Schadensregulierung

Bundesgericht klärt Streit über Zahlungen bei Unfallflucht

Versicherungen können bei weniger gravierenden Sonderfällen der Unfallflucht nicht mehr automatisch die Schadensregulierung verweigern.

Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor. Betroffen sind Fälle, in denen ein Unfallfahrer, der sich nach einem Sachschaden nach einer gewissen Zeit berechtigt vom Unfallort entfernt hat, nicht wie vorgeschrieben die Polizei oder den Geschädigten, sondern nur seine Versicherung unverzüglich informiert hat. Ein Autofahrer aus Sachsen war gegen einen Baum geprallt. Er sei auf der Straße stehenden Rehen ausgewichen, sagte er. Er verständigte den ADAC, auch die Versicherung habe er „unverzüglich“ informiert. Die Polizei oder das Straßenverkehrsamt (als Geschädigten) verständigte er jedoch nicht. Die Kaskoversicherung hatte daraufhin die Regulierung des Fahrzeugschadens über 27.000 Euro wegen Verletzung von „Aufklärungsobliegenheiten“ abgelehnt.