Folgenreich

Steuerbonus in Milliardenhöhe für Bezahlsender Sky

Rupert Murdoch erhält ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Das Finanzamt gewährt dem australischen Medienmogul bei seiner Pay-TV-Beteiligung Sky einen Milliarden-Steuerbonus.

Nach einer Entscheidung der Münchner Steuerbehörde verfallen Gutschriften des Unternehmens im Wert von 2,1 Milliarden Euro bei Änderungen in der Gesellschafterstruktur nicht, wie Sky mitteilte. Die Entscheidung hat weitreichende Folgen: Auf Basis des Bescheids könnte Murdoch seinen Aktienanteil auf mehr als 50 Prozent erhöhen und Sky vollkommen unter seine Kontrolle bringen, ohne den in den vergangenen Jahren angehäuften Steuerbonus zu verlieren. Bislang war das nicht sicher, weshalb Murdoch darauf bedacht war, mit seinem Konzern News Corp knapp weniger als die Hälfte der Sky-Anteilscheine zu halten.

Anleger reagierten begeistert. Die Nachricht hievte die im MDax notierte Sky-Aktie am Mittwoch um über 13 Prozent auf ein Dreijahreshoch von 4,07 Euro nach oben. Ein Übernahmeangebot für die restlichen Aktien muss der australische Medienunternehmer in dem Fall aber nicht abgeben. Das sehen die Börsenregularien ab einer Beteiligung von 30 Prozent vor. Die Schwelle hat Murdoch bei Sky schon vor Längerem überschritten, 2009 aber von der Finanzaufsicht BaFin einen Freibrief bekommen, da das Unternehmen ein Sanierungsfall war.

Der Steuerposten ist so groß, da die vormals als Premiere bekannte Firma seit der Gründung vor gut zwei Jahrzehnten so gut wie nie profitabel war. Das Steuerrecht erlaubt, die früheren Verluste später mit Gewinnen zu verrechnen, womit die Steuerlast sinkt. Strittig war, ob diese Verlustvorträge auch noch in den Sky-Büchern stehen dürfen, wenn ein Eigner seinen Anteil auf über 50 Prozent ausbaut. Murdoch hat seit seinem Einstieg gut eine Milliarde Euro in den Sender gesteckt.