Bahn gewinnt Klage gegen Ex-Manager der Berliner S-Bahn

Gericht: 11,4 Millionen Euro Schadenersatz für Konzern

Die Deutsche Bahn hat offenbar eine Millionenklage gegen ehemalige Manager der Berliner S-Bahn gewonnen. Dabei ging es um das monatelange Chaos 2009 wegen schlechter Waggon-Wartung. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ hat die Deutsche Bahn die inzwischen entlassenen Berliner S-Bahnchefs auf Schadensersatz verklagt und vom Gericht rund 11,4 Millionen Euro zugesprochen bekommen. Das Geld zahlen die Versicherungen der Ex-Manager.

Mängel an den Rädern der Berliner S-Bahn-Züge hatten 2009 die bis dahin mit Abstand größte Krise eines Eisenbahnunternehmens in Deutschland ausgelöst. So war am 1. Mai 2009 ein mit Fahrgästen besetzter Zug der modernsten S-Bahn-Baureihe 481/482 in Kaulsdorf entgleist, weil ein Rad gebrochen war. Weil die S-Bahn anschließend jedoch ihre Werkstatt-Checks nicht wie versprochen ausführte, ließ das Eisenbahn-Bundesamt Hunderte Züge aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr ziehen.

Nicht ausreichend gewartet

In den nachfolgenden Wochen wurden zahlreiche weitere Mängel in der Instandhaltung der S-Bahn-Züge bekannt. Unter anderem waren wichtige Teile der Bremsanlagen nicht wie vom Hersteller vorgeschrieben gewartet worden. Kritiker machten den jahrelangen Sparkurs bei der Deutschen Bahn für die zahlreichen Versäumnisse verantwortlich. Mit dem Einsatz von zusätzlichem Werkstatt-Personal versuchte die S-Bahn damals, den gravierenden Engpässen beizukommen. Wegen der Zugausfälle, Verspätungen und überfüllten Züge überwies der Senat in dem Jahr 37 Millionen Euro weniger als vereinbart an die S-Bahn. Im Jahr nach der Krise hatte die Bahn den wirtschaftlichen Schaden für den Konzern auf mindestens220 Millionen Euro beziffert.

Bereits 2010 hatte die Berliner Staatsanwaltschaft jedoch ihre Ermittlungen gegen die früheren S-Bahn-Geschäftsführer eingestellt. Eine konkrete Schuld an den damaligen Sicherheitsmängeln und Versäumnissen in der Instandhaltung der S-Bahn-Züge konnte ihnen im strafrechtlichen Sinne nicht nachgewiesen werden, hieß es zur Begründung. Der Bahnkonzern selbst hatte damals weitgehend auf arbeitsrechtliche Schritte gegen die früheren Spitzenmanager, die für die S-Bahn-Krise verantwortlich gemacht wurden und teilweise ihre Posten räumen mussten, verzichtet.