Verbraucher

Netzagentur halbiert Gebühren für Mobilfunk-Anrufe

Der Die Bundesnetzagentur schreibt den vier Mobilfunknetzbetreibern eine kräftige Preissenkung vor.

Die Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 dürfen nur noch gut 1,85 Cent je Minute statt wie bisher 3,36 oder 3,39 Cent je Minute für Anrufe verlangen, die aus anderen Netzen kommen, teilte die Regulierungsbehörde mit. Damit sinken die Gebühren, die sich die Unternehmen untereinander in Rechnung stellen. Die Preise sind einer der wichtigsten Posten der Netzbetreiber bei der Berechnung der Minutenpreise, die sie von den Handykunden verlangen. Ob damit auch die Endpreise zurückgehen, liegt im Ermessen der Unternehmen. Die Regelung gilt ab Anfang Dezember.

Der Bundesnetzagentur zufolge ist der Preisschnitt gerechtfertigt, da der Datenumsatz im Mobilfunk steigt. „Immer weniger Kosten werden durch den Sprachverkehr verursacht, so dass dieser einen entsprechend geringeren Anteil an den Gesamtkosten eines Mobilfunknetzes tragen muss“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bonner Behörde. Zum anderen bleibe den Unternehmen auch nach der Gebührensenkung Spielraum, um in den Ausbau ihrer Mobilnetze zu investieren.

Die Handynetzbetreiber kritisieren die Entscheidung scharf. „Die Absenkung ist ein schlechtes Signal für weitere Investitionen in modernen breitbandigen Mobilfunk“, sagte ein Telekom-Sprecher. In der Folge gehe den Mobilfunkunternehmen in Deutschland pro Jahr eine halbe Milliarde Umsatz verloren. Eine weniger harte Absenkung wäre nach Einschätzung von Vodafone eher im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland gewesen.

Mit der Senkung der Entgelte in diesem Jahr lässt es die Netzagentur aber nicht bewenden. In einem zweiten Schritt werde die Gebühr ab dem 1. Dezember 2013 noch einmal geringfügig auf 1,79 Cent in der Minute sinken, hieß es.