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Mifa geht dank Berliner E-Bikes auf Wachstumskurs

Die Übernahme des Berliner E-Bike-Herstellers Grace zahlt sich für den größten deutschen Fahrradhersteller, Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke, aus.

Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent auf 97,6 Millionen Euro, obwohl die Gesamtzahl der verkauften Räder um fast 18 Prozent und damit deutlich auf 500.000 Stück gesunken ist, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das scheinbare Paradox erklärt sich aus den unterschiedlichen Preisen. Hochwertige Elektro-Fahrräder, wie sie Grace herstellt, sind im Schnitt viermal so teuer wie konventionelle Räder. Das Geschäft mit E-Bikes macht bei Mifa mittlerweile ein Viertel des Gesamtumsatzes aus. Die absolute Zahl abgesetzter Elektrofahrräder sei im Jahresvergleich um fast 70 Prozent auf rund 42.000 gestiegen.

Mifa versucht durch Übernahmen sein bisheriges Billig-Image abzuschütteln und im Premiumsegment Fuß zu fassen, zumal die Umsätze mit normalen Fahrrädern weiter sinken werden. Dazu hat Mifa neben Grace im August den insolventen Münchner Hersteller Steppenwolf übernommen. Die Einkaufstour schlägt sich auch in der Bilanz nieder. Zudem seien Kosten für die Entwicklung einer Produktionsanlage angefallen. Das unbereinigte operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) fiel mit 1,3 Millionen Euro deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum mit gut 5,3 Millionen Euro. Bereinigt um diese Sonderfaktoren, habe das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 7,4 Millionen Euro und damit auf Vorjahresniveau gelegen, hieß es. Das Neun-Monats-Ergebnis vor Sondereffekten sei von 2,9 Millionen Euro im Vorjahr auf 2,5 Millionen Euro gesunken.

Mifa-Vorstand Peter Wicht zeigte sich dennoch zufrieden mit den Konzernzahlen und bezeichnete 2012 als „Aufbruchsjahr“ für Mifa. In den ersten neun Monaten habe sich das Unternehmen konsequent neu ausgerichtet und damit „den Weg für ein nachhaltiges und profitables Wachstum“ in den kommenden Jahren geebnet, sagte Wicht. Ziel sei es, den Jahresumsatz in den kommenden vier bis sechs Jahren im Vergleich zu 2011 auf 200 Millionen Euro zu verdoppeln. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 100,5 Millionen Euro.